Weltmeister
Die Erwartungen an Neuzugang André Schürrle sind hoch in Wolfsburg. Foto: Julian Stratenschulte

Die Erwartungen an Neuzugang André Schürrle sind hoch in Wolfsburg. Foto: Julian Stratenschulte

dpa

Die Erwartungen an Neuzugang André Schürrle sind hoch in Wolfsburg. Foto: Julian Stratenschulte

Frankfurt/Main (dpa) - Die Vorfreude auf André Schürrle hat beim VfL Wolfsburg schnell die Enttäuschung über das magere 1:1 in Frankfurt abgelöst.

Der Weltmeister, der am Mittwoch von seinen neuen Kollegen begrüßt wird, soll bei den Wölfen zügig in die Rolle des Anführers schlüpfen und den Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga noch stärker machen. «Er hat in Mainz und Leverkusen hervorragende Leistungen gezeigt. Wir hoffen, dass er daran anknüpft und die erhoffte Verstärkung für uns ist», sagte VfL-Trainer Dieter Hecking nach dem schwachen Auftritt bei der Eintracht.

Die Partie verdeutlichte, warum die Niedersachsen derzeit noch kein Bayern-Jäger sind. Nur vier Tage nach dem rauschenden Fußball-Fest beim 4:1 gegen den Rekordmeister bot der VfL nur Hausmannskost. «Natürlich wollten wir hier gewinnen. Gerade nach so einer guten Leistung wie gegen Bayern München. Aber darin besteht auch die Schwierigkeit, weil die Erwartungen natürlich riesengroß waren. Alle haben auf uns geschaut, ob wir das bestätigen», sagte der eingewechselte Marcel Schäfer.

Das taten die Wolfsburger nicht und verpassten es, den Rückstand auf den Tabellenführer von acht Punkten weiter zu verkürzen. Hecking ärgerte sich zwar darüber, dass seine Mannschaft weit unter ihren Möglichkeiten geblieben war, äußerte aber Verständnis. «Man kann nicht erwarten, dass wir immer so spielen wie gegen die Bayern. Das kannst du nicht alle drei Tage abrufen», sagte er.

«Das ist ein Schritt, den wir machen müssen, wo wir dazulernen müssen», forderte dagegen Defensivallrounder Schäfer. Dabei helfen soll Schürrle, der mit großen Erwartungen in der Autostadt empfangen wurde. «Jeder weiß um seine Qualität. Ich glaube, das er uns ungemein weiterbringen wird. Für uns ist es super schön, wenn man einen Spieler dazubekommt, der einem helfen kann, die hohen Ziele zu erreichen», erklärte Schäfer.

Der Abwehrspieler hatte mit der Vorlage zum späten Ausgleich durch Kevin De Bruyne (88. Minute) erheblichen Anteil daran, dass am Ende ein Totalschaden vermieden wurde. Mit dem Torschützen streben die Wolfsburger eine vorzeitige Vertragsverlängerung an, obwohl der Belgier ohnehin schon bis 2019 gebunden ist. «Grundsätzlich hat Kevin noch einen langfristigen Vertrag. Aber wenn eine Entwicklung außergewöhnlich ist, kann es durchaus sein, dass man sich zusammensetzt und die Rahmenbedingungen anschaut», sagte Sportchef Klaus Allofs.

Er war am Ende wie alle Wolfsburger froh, dass es nach dem Frankfurter Führungstor von Stefan Aigner (58.) vor 34 400 Zuschauern immerhin noch zu einem Punkt gereicht hatte. Seine Erkenntnis aus den 90 Minuten formulierte er als Aufforderung an die Spieler: «Wir müssen wissen, dass man jede Woche ans Limit gehen muss.»

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