Die Hannoveraner Spieler feiern die Tabellenführung. Foto: Peter Steffen
Die Hannoveraner Spieler feiern die Tabellenführung. Foto: Peter Steffen

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dpa

Die Hannoveraner Spieler feiern die Tabellenführung. Foto: Peter Steffen

Hannover (dpa) - Die Freude über die historische erste Tabellenführung seit 48 Jahren war bei Aufsteiger Hannover 96 gedämpft. Der Club sprang zwar erstmals seit 1969 zumindest übergangsweise wieder auf Rang eins der Fußball-Bundesliga, doch der Streit mit den Fans sorgte für Frust.

«Das wird der Mannschaft langfristig schaden, das wird uns allen schaden», sagte 96-Sportchef Horst Heldt im ZDF. Die Mannschaft brauche eine breite Unterstützung.

Durch das verdiente 2:0 gegen den Hamburger SV am Freitag waren die Niedersachsen an die Tabellenspitze geklettert - zum ersten Mal seit 48 Jahren. Zwar sangen sehr viele Fans mit der Mannschaft nach dem Spiel gegen den Hamburger SV laut: «Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!» Doch das Jubelbild hatte einen Schönheitsfehler.

Einige Anhänger in Hannovers Fankurve hatten beim zweiten Heimspiel der Saison ihren Stimmungsboykott fortgesetzt. Sie protestieren damit gegen Clubchef Martin Kind, der die Mehrheit an der Hannover 96 Management GmbH und damit endgültig den Club übernehmen möchte. Während der Partie beschimpften Fans Kind mit Bannern und Gesängen. Viele andere 96-Anhänger riefen dagegen «Ultras raus!» und unterstützten das Team lautstark.

Kind stört das alles zumindest äußerlich wenig. Der Unternehmer bekräftige am Sonntag im TV-Sender Sky seine Pläne. «Es ist eine Strategie, die immer kommuniziert wurde und jetzt abgeschlossen wird», sagte Kind. Auch forderte er ein Ende der Proteste im Stadion: «Wenn die von großer Liebe zu 96 und zu dieser Mannschaft immer sprechen, dann sollten sie doch während des Spiels diese Mannschaft auch wirklich unterstützen.»

Ihm gehe es darum, Hannover langfristig erfolgreich aufzustellen. «Profifußball-Unternehmen sind aus meinem Verständnis Wirtschaftsunternehmen», sagte er. Dafür brauche es entsprechende Strukturen.

Die 96-Profis hatten sich am Freitag ihre gute Stimmung über den Erfolg auf dem Platz nicht verderben lassen. «Bei aller Euphorie vergessen wir aber nicht, wo wir herkommen», sagte Angreifer Martin Harnik, der das 1:0 erzielt hatte (50. Minute). Der Sieg hätte sogar höher ausfallen können, denn nach der Führung verpasste 96 bis zum 2:0 durch Ihlas Bebou (82.) eine Reihe guter Gelegenheiten.

Das Saisonziel, betonten alle Hannoveraner, bleibe aber der Klassenerhalt. «Wir drehen jetzt nicht durch und glauben, dass wir bei den Großen mitzocken können», sagte Harnik. Torwart Philipp Tschauner betonte: «Wir wissen, dass andere Zeiten kommen werden.»

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