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BVB-Trainer Jürgen Klopp feuert seine Spieler gut gelaunt an.

BVB-Trainer Jürgen Klopp feuert seine Spieler gut gelaunt an.

dpa

BVB-Trainer Jürgen Klopp feuert seine Spieler gut gelaunt an.

Dortmund (dpa) - Von Anspannung keine Spur. Den Interview-Marathon vor dem Bundesliga-Rückrundenstart am Freitag bei Verfolger Bayer Leverkusen bewältigte Frohnatur Jürgen Klopp in gewohnt lockerer Manier.

Selbst die zahlreichen und ungeliebten Fragen nach den Meisterchancen und dem großen Druck für sein Team ertrug der Trainer von Herbstmeister Borussia Dortmund mit stoischer Gelassenheit. «Wir sind richtig froh, dass es wieder losgeht und haben große Ziele», sagte Klopp.

Ähnlich unverkrampft wie der Fußball-Lehrer soll auch seine mit vielen Jungstars besetzte Rasselbande den Titelkampf angehen. Nach Einschätzung von Klopp ist die Vorfreude auf die schwere Aufgabe beim Tabellendritten aus Leverkusen bei allen Beteiligten größer als der Respekt: «Es könnte nicht besser sein, als gleich zum Auftakt in ein solches Spiel gehen zu dürfen. Das wird ein Riesenspaß.»

Das Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr. Mit zehn Punkten führt der BVB die Tabelle vor den Verfolgern aus Mainz und Leverkusen an. Nie zuvor war der Vorsprung eines Herbstmeisters größer. Titelverteidiger Bayern München liegt gar 14 Zähler zurück. Wer solch einen historischen Vorteil verspielt, wird jedoch schnell zum Gespött der Fachwelt. Klopp will unter allen Umständen verhindern, dass seine Profis sich über solche Szenarien Gedanken machen: «Es wird in den kommenden Wochen eine meiner größten Aufgaben sein, dafür zu sorgen, dass wir den Spaß an der Arbeit behalten. Aber bisher haben meine Jungs auch in dieser Hinsicht viel Talent bewiesen.»

Die Jagd auf den Alleinherrscher der Hinrunde ist eröffnet - nicht nur in sportlicher, sondern auch in verbaler Hinsicht. Zuletzt war aus München zu vernehmen, dass die junge Dortmunder Mannschaft dem großen Druck nicht gewachsen sein könnte und auf internationaler Bühne den Nachweis ihrer Klasse schuldig geblieben sei. Auf solche Sticheleien will Klopp auch in Zukunft nicht eingehen: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir auf Provokationen von außen reagieren. Keiner hat Einfluss auf unsere Situation - mit Ausnahme von uns selbst.»

Noch gibt es keine Anzeichen, dass seine Profis Nerven zeigen. «Es tun immer alle so, als wäre diese Rolle neu. Dabei sind wir schon lange die Gejagten und fahren gut damit», sagte Neven Subotic den «Ruhr Nachrichten». Der Manndecker wähnt seine Mitstreiter für den Titelkampf gerüstet: «Es gibt ja nicht nur die Taktik, die darin besteht uns niederzumachen. Es gibt auch die andere, uns übertrieben zu loben und jetzt schon zur Meisterschale zu gratulieren. Beide Varianten sollen den Druck auf uns verstärken.»

Die Vorbereitung in Spanien verlief nach Plan und die Generalprobe für das Spitzenduell in Leverkusen beim FC Basel (4:0) erfolgreich. Einzig die Muskelverletzung von Mario Götze, der erst am Mittwoch in das Mannschaftstraining einstieg, bereitet Sorgen. Kopfschüttelnd quittierte Klopp die Nachricht von der Aktion eines Wettanbieters, schon vor dem Rückrundenstart all jene Wetter auszuzahlen, die auf den BVB als Meister gesetzt hatten: «Ich verstehe ja schon die Leute nicht, die wetten. Wie soll ich da die Wettanbieter verstehen.»

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