Trainer Torsten Frings ist mit Darmstadt 98 Tabellan-Schlusslicht, will aber gegen seinen Ex-Club Werder unbedingt punkten. Foto: Uwe Anspach
Trainer Torsten Frings ist mit Darmstadt 98 Tabellan-Schlusslicht, will aber gegen seinen Ex-Club Werder unbedingt punkten. Foto: Uwe Anspach

Trainer Torsten Frings ist mit Darmstadt 98 Tabellan-Schlusslicht, will aber gegen seinen Ex-Club Werder unbedingt punkten. Foto: Uwe Anspach

dpa

Trainer Torsten Frings ist mit Darmstadt 98 Tabellan-Schlusslicht, will aber gegen seinen Ex-Club Werder unbedingt punkten. Foto: Uwe Anspach

Darmstadt (dpa) - Den größten Teil seiner langen Bundesliga-Karriere hat Torsten Frings bei Werder Bremen verbracht. Am Samstag kommt es für Ihn als Trainer mit Darmstadt 98 zum Wiedersehen mit seinem Ex-Verein.

In Bremen war Frings jahrelang Spieler, dort begann auch seine Trainerlaufbahn. Dass er im September bei Werder als Assistenzcoach zusammen mit seinem Chef Viktor Skripnik freigestellt wurde, hat ihn geschmerzt. Seit der Winterpause trainiert Frings nun den Tabellenletzten und tritt am 23. Spieltag in Bremen zum Kellerduell an. Besonders brisant dabei: Mit einem Sieg könnte Frings seinem früheren Werder-Kollegen Alexander Nouri einige Probleme bereiten.

«Klar ist das ein besonderes Spiel für mich», sagte Frings der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe rund 20 Jahre bei diesem Verein verbracht und dort Großartiges erlebt. Ich freue mich darauf, viele bekannte Gesichter wiederzusehen.»

Die Trennung im Herbst hat trotzdem Spuren hinterlassen. «Natürlich war das nicht schön», sagte Frings. Skripnik musste als erster Trainer dieser Saison gehen. Frings hätte als Co-Trainer bleiben können. Doch er knüpfte sein Schicksal an das von Skripnik, mit dem er 1997 als Profi zu Werder gekommen war, viele Jahre gespielt hat und den er als sehr guten Freund bezeichnet. «Ich war loyal gegenüber Viktor», sagte er. «Da bin ich freigestellt worden.» Der Freistellung kann Frings heute auch Positives abgewinnen. «Letztlich hat sich in der Folge wieder eine andere Tür geöffnet», sagte er.

Mit Blick auf das Spiel am Samstag stellt er klar: «Es ist keinesfalls so, dass es mir um Rache oder Ähnliches geht.» Er habe «überhaupt kein Problem mit irgendjemandem bei Werder». Auch das Verhältnis zu Werders Sportchef Frank Baumann habe nicht gelitten. Mit ihm spielte er ebenfalls zusammen für die Grün-Weißen. Doch Baumann war es dann auch, der im Herbst an seiner Freistellung maßgeblich beteiligt war.

«Dass eine Trennung wehtut, ist normal. Aber daran zerbricht keine Freundschaft», sagte Baumann. «Ich glaube nicht, dass zwischen Torsten und Werder etwas kaputt gegangen ist.» Und Frings bekräftigt: «Wir hatten immer ein gutes Verhältnis. Frank hatte diese Entscheidung in seiner beruflichen Position getroffen. Das hat aber an unserer persönlichen Beziehung nichts geändert.»

Als Frings im Winter um die Auflösung seines Vertrags bat, legte man ihm in Bremen keine Steine in den Weg. «Wir trauen ihm diesen Schritt zu und drücken ihm die Daumen, solange er auf die Punkte bei Spielen gegen Werder verzichten kann», sagte Baumann damals.

Doch genau dies wird diesmal nicht der Fall sein. Zehn Punkte trennen das Schlusslicht aus Südhessen vom Tabellen-15. von der Weser. Wenn die Lilien noch eine kleine Chance auf den Klassenerhalt wahren wollen, müssen sie unbedingt punkten, besser sogar noch gewinnen.

«Es ist nicht das Spiel Werder gegen Torsten Frings. Es ist ein wichtiges Spiel für beide Vereine», sagte der Lilien-Coach. «Bremen hat eine überragende Offensive, aber auch ein paar Probleme. Und die wollen wir ausnutzen.»

Zumindest statistisch stehen die Chancen dafür gar nicht so schlecht. Darmstadt holte in seiner Bundesliga-Historie gegen kein anderes Team so viele Punkte wie gegen Bremen (10), gegen keinen anderen Verein erzielten sie so viele Tore (14). Zudem haben sie seit sechs Spielen nicht mehr gegen Werder verloren. Jedoch holte Darmstadt diese Saison bislang noch keinen Auswärtspunkt.

Trotz des schlechteren Tabellenplatzes hat Frings weniger Druck als sein Gegenüber Nouri. Die Siege gegen Mainz und Wolfsburg haben dem Werder-Coach zwar etwas Luft verschafft, doch noch immer ist sein Vertrag über die Saison hinaus nicht verlängert worden. Bis September trainierte Nouri noch die zweite Mannschaft des Vereins. Nach der Trennung von Skripnik und Frings wurde er zum Chef befördert.

Frings muss sich dagegen vorerst keine Sorgen um seinen Job machen. Als er in Darmstadt verpflichtet wurde, stellte Präsident Rüdiger Fritsch klar, dass man mit ihm auch in die Zweite Liga gehen würde.

Interessant wird sein, wie die Fans auf die Rückkehr der Werder-Ikone Frings reagieren werden, der für den Verein 447 Pflichtspiele bestritt und mit Werder zweimal den DFB-Pokal gewann. «Ich freue mich auf das Stadion und die Fans von Werder. Wie ich empfangen werde, weiß ich allerdings nicht», sagte er. Baumann erwartet für seinen Ex-Mitspieler aber keine Pfiffe: «Torsten hat 20 Jahre sehr viel für Werder geleistet. Dafür haben die Fans ein gutes Gespür.»

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