Der Mainzer Maxim Choupo-Moting jubelt nach seinem Treffer zum 1:1. Foto: Fredrik von Erichsen
Der Mainzer Maxim Choupo-Moting jubelt nach seinem Treffer zum 1:1. Foto: Fredrik von Erichsen

Der Mainzer Maxim Choupo-Moting jubelt nach seinem Treffer zum 1:1. Foto: Fredrik von Erichsen

dpa

Der Mainzer Maxim Choupo-Moting jubelt nach seinem Treffer zum 1:1. Foto: Fredrik von Erichsen

Mainz (dpa) - An Selbstvertrauen mangelt es Eric Maxim Choupo-Moting wahrlich nicht. «Ich hatte keine Zweifel. Ich hab schon oft Verantwortung übernommen», sagte der 24-jährige Deutsch-Kameruner.

Mit Wucht und Präzision verwandelte er einen Strafstoß (65.) und sorgte für das gerechte 1:1 (0:0) des FSV Mainz 05 in der Fußball-Bundesliga gegen Hertha BSC. «Ich hatte schließlich was gutzumachen», erklärte der 05-Stürmer und meinte jenen leichtfertigen Ballverlust vor dem eigenen Strafraum, der Adrian Ramos zur Berliner Führung (52.) einlud.

Drei der letzten vier Mainzer Treffer gehen auf des Konto des gebürtigen Hamburgers. Nach zwei schweren Knieoperationen war der Weg zurück zu alter Form schwer. Trainer Thomas Tuchel ging bei der Wiedereingliederung behutsam vor und brachte Choupo-Moting meist als Joker. Die Rolle füllte er perfekt aus. Fünf seiner acht Saisontore erzielte Choupo-Moting als Einwechselspieler. «Ich gebe immer alles, egal ob von der Bank oder in der Startelf», betonte Choupo-Moting.

Der Lapsus vor dem 0:1 ist kein Makel, Choupo-Moting bleibt ein begehrter Spieler. Sein Vertrag in Mainz läuft am 30. Juni aus. Manager Christian Heidel würde gern langfristig verlängern, doch der Deutsch-Kameruner mauert, auch wenn er sich in Mainz wohlfühlt. «Er hat mich um Zeit gebeten», sagte der Mainzer Macher. Hannover 96 und pikanterweise auch Hertha BSC sollen die Fühler nach dem ablösefreien Stürmer ausgestreckt haben. «Ich weiß selbst noch nicht, was wird», meinte Choupo-Moting, der bei der WM in Brasilien seinen Marktwert weiter steigern will.

Trainer Tuchel fand das Remis gegen die Hauptstädter «total okay». Das Ergebnis hält beide Clubs im Rennen um einen Platz in der Europa League. Der 40-Jährige mäkelte an der Verwertung der vielen Torchancen und dem schläfrigen Einstieg in die zweite Halbzeit herum. Der Berliner Adrian Ramos bestrafte die Nachlässigkeiten prompt. Eine Chance, ein Tor. «Der hat einfach einen Wahnsinnslauf», sagte der Mainzer Torhüter Loris Karius. «Diese Effektivität brauchst du auswärts», sagte Tuchel voller Bewunderung nach dem 15. Saisontreffer des Stürmers aus Kolumbien.

Karius wurde trotz des ersten Gegentores nach 336 Minuten belohnt. Sein Vertrag wurde laut Heidel um ein Jahr verlängert. Die Europa-Euphorie bleibt nach dem Verlust zweier Punkte gedämpft am Rhein. «Ich träume nicht jeden Abend von der Europa League», erklärte Präsident Harald Strutz. Geduldig bleiben auch die Spieler. «Wenn wir am 33. Spieltag noch da stehen, dann denken wir über unsere Chancen nach», meinte Christoph Moritz.

In Berlin ist die Auswärtsstärke der Trumpf im Kampf ums internationale Geschäft. Trainer Jos Luhukay war froh, dass sein Team in der zweiten Halbzeit noch das «wahre Gesicht» gezeigt hatte. «Jetzt wissen wir, warum beide Mannschaften um einen Platz im Europapokal spielen», sagte der Niederländer und lobte seinen reaktionsschnellen Torhüter Thomas Kraft. «Unterm Strich», befand Luhukay, «kann ich mit dem Punkt gut leben».

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