Aufreger
Peter Gagelmann zeigt Marc Torrejón (r) von Freiburg die rote Karte. Foto: Patrick Seeger

Peter Gagelmann zeigt Marc Torrejón (r) von Freiburg die rote Karte. Foto: Patrick Seeger

dpa

Peter Gagelmann zeigt Marc Torrejón (r) von Freiburg die rote Karte. Foto: Patrick Seeger

Freiburg (dpa) - Christian Streich war schon Stolz über einen couragierten Auftritt seines SC Freiburg gegen 1899 Hoffenheim. Die Breisgauer hatten dem spielerisch und vor allem finanziell deutlich überlegenen Nachbarn einen erbitterten Fight geliefert, der beim 1:1 mit einem Punkt belohnt wurde.

Doch andererseits ärgerte sich Freiburgs Trainer richtig. Und zwar über Schiedsrichter Peter Gagelmann, vom dem sich Streich nicht zum ersten Mal in seiner Karriere ungerecht behandelt fühlte.

«Das kann nicht sein», sagte Streich zu der Roten Karte gegen seinen Abwehrchef Marc Torrejón in der Nachspielzeit. Was den Coach wütend machte, war das unterschiedliche Maß, mit dem Gagelmann seiner Meinung nach entschieden hatte. «Da fehlt die Verhältnismäßigkeit», prangerte Streich an, «das ist nicht in Ordnung.»

Der 49-Jährige bezog sich auf eine Szene kurz vor der Pause, in der der bereits mit Gelb verwarnte Hoffenheimer Pirmin Schwegler nach einem taktischen Foul nicht die Gelb-Rote Karte gezeigt bekam. «Keiner von uns fordert da einen Platzverweis», sagte Streich. Auch, dass Gagelmann die Partie insgesamt eher großzügig geleitet habe, sei völlig in Ordnung. «Aber dann unseren Spieler in so einer Szene vom Platz zu stellen, das geht nicht», monierte der Coach, der wegen Reklamierens auch noch auf die Tribüne geschickt wurde.

Torrejón wird ihm am kommenden Samstag im schweren Auswärtsspiel in Leverkusen nun auf jeden Fall fehlen. Und das, wo die Südbadener seit der Winterpause ohnehin schon von großen Personalsorgen gebeutelt werden. «Jetzt dürfen wir wieder basteln, aber das sind wir ja inzwischen gewohnt», sagte Streich mit Sarkasmus in der Stimme.

Allen zusätzlichen Hindernissen zum Trotz sieht Streich seine Freiburger im Kampf um den Klassenverbleib aber auf einem guten Weg. «Das Auftreten der Mannschaft war sehr ermutigend, aber es geht nur mit dieser Herangehensweise. Es geht bei keinem Spieler mit einem Millimeter weniger», sagte Streich. «Dann verlieren wir solche Spiele 1:3 oder 1:4.»

Weil die Profis mit Ausnahme jenes 0:3 gegen Dortmund im neuen Jahr die Marschroute ihres Trainers verinnerlicht haben, ist die Bilanz mit zwei Siegen, zwei Niederlagen und einem Remis in der Rückrunde bislang zufriedenstellend. «Die Tendenz stimmt», sagte Streich, auch wenn sein Team tabellarisch den großen Schritt bislang verpasst hat.

Das sieht auch Oliver Baumann so, der 14 Jahre lang in Freiburg gespielt hat, ehe es ihn im vergangenen Sommer ausgerechnet nach Hoffenheim zog. Am Samstag wurde der Torwart deswegen mit Pfiffen und Schmähgesängen empfangen, was Baumann aber nicht weiter störte. Er wünschte seinem alten Arbeitgeber den Klassenverbleib und war von der Leistung seiner früheren Teamkollegen sehr angetan. «So mache ich mir keine Sorgen», sagte der Keeper nach dem verdienten Remis durch Tore von Immanuel Höhn (25. Minute) und Kevin Volland (39.).

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