Frankfurts Trainer Armin Veh hat sich noch nicht zu seiner Zukunft geäußert. Foto: Frank Rumpenhorst
Frankfurts Trainer Armin Veh hat sich noch nicht zu seiner Zukunft geäußert. Foto: Frank Rumpenhorst

Frankfurts Trainer Armin Veh hat sich noch nicht zu seiner Zukunft geäußert. Foto: Frank Rumpenhorst

dpa

Frankfurts Trainer Armin Veh hat sich noch nicht zu seiner Zukunft geäußert. Foto: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main (dpa) - Immerhin, ein wenig wird in der ansonsten so quälenden Trainerdebatte bei Eintracht Frankfurt auch noch gelacht. Vor dem 1:2 (1:0) gegen den VfB Stuttgart tauchte auf einmal Friedhelm Funkel im Kabinengang der Commerzbank-Arena auf.

Ein Reporter fragte ihn auch gleich im Scherz, ob er nun als Nachfolger von Armin Veh zur Eintracht zurückkehren werde. Funkel war schon einmal fünf Jahre lang bei diesem Verein, er schmunzelte kurz und verriet dann, dass er erst einmal Besseres vorhabe: Direkt nach dem Spiel fuhr der 59-Jährige noch vom Stadion aus in den Skiurlaub.

Abgesehen von Funkel nimmt das Trainer-Hickhack in Frankfurt allerdings niemand mehr gelassen. Die Frage, ob Veh zu Schalke 04 geht oder vielleicht doch noch beim Aufsteiger bleibt, ist zu einer großen Belastung für den Fußball-Bundesligisten geworden. Unter dem Eindruck des mittlerweile sechsten Spiels ohne Sieg und vor allem der großen Aufregung um seine Person rückte Veh am Sonntag von seinem eigenen Zeitplan ab und kündigte eine Entscheidung noch vor dem nächsten Spiel bei der SpVgg Greuther Fürth an. «Dieses Rumgeeiere ist auf Dauer unerträglich», sagte er. Noch zu Beginn dieser Woche wird er sich mit den Verantwortlichen der Eintracht zusammensetzen.

Dass Veh seinen auslaufenden Vertrag in Frankfurt verlängert, glaubt kaum noch jemand. «Ich kann zu 100 Prozent verneinen, dass ich einen unterschriftsreifen Vertrag aus Schalke vorliegen habe. Das heißt aber auch nicht, dass ich in Frankfurt bleibe», sagte er.

Der 52-Jährige machte nach der Niederlage gegen Stuttgart aber auch den Eindruck, als wüsste er selbst noch nicht genau, was er will. Dazu passten auch die Kommentare der beiden betroffenen Sportchefs. Frankfurts Bruno Hübner sieht immer noch «ganz gute Chancen», dass Veh bei der Eintracht bleibt. Schalkes Horst Heldt erklärte bei «Sky»: «Es gibt weder eine Absprache, noch gibt es ein schriftliches Angebot, noch gibt es irgendwelche Klarheiten. Ich kann nichts sagen, weil zu diesem Zeitpunkt noch nichts entschieden ist.»

Fakt ist also derzeit nur: Veh selbst hat die Wahl zwischen mindestens zwei reizvollen Aufgaben. Auch Schalke könnte sich im Fall seiner Absage noch an profilierte Alternativen wie Roberto di Matteo oder Mike Büskens wenden. Der große Verlierer dieses Hickhacks ist folglich Eintracht Frankfurt. Die Mannschaft hat zuletzt ihre gesamte Leichtigkeit aus der Vorrunde verloren. Nach sechs Spielen ohne Sieg steht sie zwar immer noch auf Platz vier der Tabelle. Angesichts eines auf drei Punkte zusammengeschmolzenen Vorsprungs auf Rang neun besteht aber auch die Gefahr, nach hinten durchgereicht zu werden.

Dass sich die große Unruhe der Trainerfrage auf die Mannschaft überträgt, war am Sonntagabend gut zu beobachten. Jeder Spieler wurde gefragt, ob die sportliche Krise etwas mit dem Rummel um Veh zu tun habe. «Das ist eine reine Hypothese. Ich kann es ihnen nicht sagen», meinte der Coach selbst. Stefan Aigner entgegnete: «Das mit dem Trainer belastet uns nicht. Wir spielen eine gute Saison, das weckt Begehrlichkeiten. Alles andere liegt nicht in unserer Hand.»

Der Knackpunkt in den Gesprächen mit der Eintracht ist, dass Veh mehr Geld für Verstärkungen fordert und Spieler wie Sebastian Jung oder Sebastian Rode unbedingt in Frankfurt halten will. Umgekehrt möchte natürlich auch jeder umworbene Profi wissen, wer den Verein in der nächsten Saison trainiert. An diesem Punkt zeigt sich das gesamte Dilemma des Dauerthemas Veh: Ein Trainer, der stets eine gerade Linie fordert, gibt sie zurzeit selbst nicht vor. Die völlig «verworrene und verfahrene Situation» sei eigentlich «völlig untypisch für den Menschen Armin Veh», schrieb die «Frankfurter Rundschau».

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer