Der Trainer-Manager sieht in dem 22-Jährigen einen potenziellen deutschen Nationalspieler.

Chiclana. Es waren offenbar intensive Gespräche, die Clemens Tönnies und Felix Magath am Neujahrstag geführt haben. Der Aufsichtsratsvorsitzende und der Trainer-Manager des FC Schalke 04 haben bei dieser Unterredung die Perspektiven für die Rückrunde analysiert und sind zu einer einhelligen Meinung gelangt. Alexander Baumjohann soll die spielerischen Probleme der Westfalen beheben.

Der 22-Jährige wechselt vom FC Bayern München zu den Schalkern und erhält einen Vertrag bis 2013. Über die Ablösesumme haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart. Bereits am Sonntag reiste der talentierte Mittelfeldspieler nach Chiclana in den Süden Spaniens, wo sich seine neue Mannschaft in einem einwöchigen Trainingslager auf die kommenden Aufgaben vorbereitet.

Die Investition sieht der Trainer als Vorgriff auf die Zukunft

"Ich habe ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass mir unser Offensivspiel nicht gefallen hat", sagt Magath. In erster Linie dürfte der Trainer mit seiner Kritik Ivan Rakitic gemeint haben, der dem Schalker Spiel die nötigen Impulse hätte geben sollen, aber dies kaum einmal in die Tat umzusetzen vermochte.

Die Investition von geschätzt zwei Millionen Euro will Magath als Vorgriff auf die Zukunft sehen. "Wir waren in der Hinrunde erfolgreicher als wir erwartet hatten. Und wir haben eine gute Chance, im internationalen Geschäft zu landen", sagt er.

Im Hinblick auf die Finanztöpfe des Europapokals dürfte Tönnies demnach seine Zustimmung zur Verpflichtung erteilt haben. Unstrittig ist, dass der Club einen äußerst begabten Spieler erworben hat.

Alexander Baumjohann, der bei den Schalkern bereits von der B-Jugend an spielte und als 16-Jähriger unter dem ehemaligen Schalker Trainer Jupp Heynckes in den Profikader berufen wurde, werden von Experten seit langem vor allem überdurchschnittliche technische Fähigkeiten und eine besondere spielerische Auffassungsgabe nachgesagt. Allerdings auch ein immer wiederkehrendes Phlegma, das ihn oft in seinen Möglichkeiten hemmt. "Alexander ist ein hoffnungsvoller Spieler, der bereits auf einem guten Leistungsstand ist. Er soll bei uns aber noch besser werden", formuliert Felix Magath seine Erwartungen an den jungen Mann. Die mangelnde Konstanz des Profis ficht Magath nicht an. "Alexander hat ja bereits in seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach einige Bundesligaspiele absolviert und hat daher Spielern wie Levan Kenia oder Lewis Holtby einiges voraus", sagt der 56-Jährige. Baumjohann sei jemand, dem er zutraue, dabei zu helfen, den Meistertitel zu holen: "Dann wird er auch interessant für die Nationalmannschaft."

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