Adam Nemec (r) war nach seinem Anschlusstreffer zum 1:1 wieder Kaiserslauterns Held.
Adam Nemec (r) war nach seinem Anschlusstreffer zum 1:1 wieder Kaiserslauterns Held.

Adam Nemec (r) war nach seinem Anschlusstreffer zum 1:1 wieder Kaiserslauterns Held.

dpa

Adam Nemec (r) war nach seinem Anschlusstreffer zum 1:1 wieder Kaiserslauterns Held.

Kaiserslautern (dpa) - Die Szene erinnerte stark an jene zwei Wochen zuvor. Wieder stand Stefan Kuntz im Kabinengang des Fritz-Walter-Stadions und während draußen die Fans tobten, nahm Kaiserslauterns Vorstandsboss einen seiner Spieler in den Arm.

Doch wo Kuntz vor 14 Tagen einen aufgelösten Srdjan Lakic nach dessen Spießrutenlauf auf dem Betzenberg trösten musste, beglückwünschte er diesmal dessen Ersatz Adam Nemec zu dessen Treffer. «Das war wieder das richtige Betzenberg-Feeling», sagte Kuntz nach dem 2:1 (1:1) der Lauterer gegen den SC Freiburg.

Nemec hatte daran erheblichen Anteil, genauso wie der Österreicher Angriffswühler Erwin Hoffer. Lakic saß dagegen verletzt auf der Tribüne, was sich im Nachhinein nicht als Nachteil für die «Roten Teufel» entpuppte. «Es war vielleicht gut, dass der Fokus nicht auf einem Spieler lag», sagte FCK-Coach Marco Kurz über den zuletzt glücklosen Torjäger, der wegen einer Fußprellung passen musste. «Das ist nicht der 1. FC Lakic, sondern der 1. FC Kaiserslautern. Und der 1. FC Kaiserslautern hat heute gewonnen», meinte Kurz.

Die Erleichterung war dem Lauterer Trainer nach dem ersten Sieg im Jahr 2011 anzusehen, auch wenn er zugab, nach so einem Spiel ganz schön müde zu sein. Das verwundert nicht, wenn man sieht, wie der einstige Profi mitfiebert und -leidet.

Auch am Samstag war Kurz wieder viel an der Seitenlinie unterwegs. Er trieb seine Jungs nach vorne, griff hier und da korrigierend ein und wurde wie seine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft in der Nachspielzeit belohnt. Als alle sich bereits mit dem dritten Remis in Serie, das mehr Rückschlag als positives Signal gewesen wäre, abgefunden hatten, schlug Hoffer zu. Mit dem letzten Ballkontakt des Spiels hämmerte der Stürmer den Ball zum 2:1 in die Maschen des Freiburger Tores - was folgte, war Ekstase pur.

Der 20 Jahre junge Torwart Kevin Trapp, der erst 15 Minuten vor dem Aufwärmen von seinem ersten Bundesliga-Einsatz erfahren hatte, sprang Torwarttrainer-Ikone Gerry Ehrmann in die Arme, Kurz ballte beide Fäuste und schrie seine Freude in die Kaiserslauterer Frühlingsluft und der Rest des FCK erdrückte den gerade einmal 1,76 Meter kleinen Hoffer. «Das ist ein unglaubliches Gefühl», sagte der Matchwinner nach dem so wichtigen Tor, das den Pfälzern erstmals seit dem 18. Dezember 2010 wieder drei Punkte bescherte.

Das wollte Kurz nicht überbewerten, als er eine Dreiviertelstunde nach der kuriosen Partie, in der Nemec die Gäste zunächst per Eigentor in Führung gebracht (21.) und dann selbst den Ausgleich markiert hatte (34.), zur Analyse überging. «Mal steht man über dem Strich, mal darunter. Wichtig ist, dass wir am Ende drei Teams hinter uns gelassen haben.»

Der SC Freiburg wird definitiv nicht dazugehören, auch wenn die Breisgauer auf dem Betzenberg bereits die dritte Niederlage in Serie kassierten. Angst, dass seine Mannschaft die Saison nun ein wenig austrudeln lassen könnte, hat Trainer Robin Dutt nicht. «Ich kenne den Charakter meiner Spieler, das wird nicht passieren», sagte der Coach. Zu seiner eigenen Zukunft wollte der 46-Jährige, der sowohl in Leverkusen als auch auf Schalke als neuer Trainer gehandelt wird, nichts sagen. «Nach einer Niederlage in der 92. Minute rede ich nicht über meine Person», sagte Dutt.

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