Die Hoffenheimer Niklas Süle (l) und Sebastian Rudy wechseln zum FC Bayern München. Foto: Uwe Anspach
Die Hoffenheimer Niklas Süle (l) und Sebastian Rudy wechseln zum FC Bayern München. Foto: Uwe Anspach

Die Hoffenheimer Niklas Süle (l) und Sebastian Rudy wechseln zum FC Bayern München. Foto: Uwe Anspach

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Die Hoffenheimer Niklas Süle (l) und Sebastian Rudy wechseln zum FC Bayern München. Foto: Uwe Anspach

München (dpa) - Serienmeister FC Bayern München stellt mit dem Nationalmannschafts-Duo Sebastian Rudy und Niklas Süle von 1899 Hoffenheim weitere Weichen für die Zukunft.

Die beiden Vereine bestätigten wenige Tage vor dem Ende der Bundesliga-Winterpause den Doppelwechsel, der in der Fußball-Branche schon seit Wochen als fix gegolten hatte. «Der Transfer von zwei deutschen Nationalspielern ist auch ein Invest in die Zukunft des FC Bayern», erklärte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Die Bayern zeigten sich «sehr zufrieden».

Der 26-jährige Rudy bezeichnete den Wechsel zum Rekordmeister als einen «absoluten Traum». Der fünf Jahre jüngere Süle freut sich darauf, von der kommenden Saison an für eines der «besten Teams der Welt zu spielen». Mittelfeldspieler Rudy kommt ablösefrei an die Isar. Er erhält in München einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2020. Das europaweit begehrte Innenverteidigertalent Süle bindet der deutsche Rekordmeister vertraglich gleich für fünf Jahre bis 2022.

Für den 1,94 Meter großen Süle, der an Hoffenheim noch bis 2019 gebunden war, müssen die Bayern eine hohe Millionenablöse zahlen. Mit möglichen Nachschlägen dürfte sich diese in den nächsten Jahren geschätzt auf mehr als 20 Millionen Euro summieren. Rummenigge sprach in einer Vereinsmitteilung von «einer fairen und seriösen Basis», auf die sich der Bundesliga-Krösus mit den Hoffenheimern geeinigt habe.

Süles vorzeitiger Abschied beim Tabellenfünften zeichnete sich nach seinen konstant guten Leistungen im vergangenen Jahr ab. Nach einem Kreuzbandriss 2015 gewann der Abwehrhüne erst mit dem deutschen Olympia-Team in Rio die Silbermedaille. Ende August feierte er dann beim 2:0 gegen Finnland sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. Er kann auch in einer Dreierkette verteidigen, wird aber im Team von Trainer Carlo Ancelotti zunächst wieder als Azubi anfangen.

Die Verantwortlichen in Hoffenheim reagierten pragmatisch auf den Abgang der beiden Stammkräfte, die im Sommer nur schwer zu ersetzen sein werden. «Natürlich ist es ein herber Verlust, solche Spieler abgeben zu müssen», erklärte TSG-Sportdirektor Alexander Rosen. Er habe aber stets betont, «dass es immer wieder Spieler geben wird, die über die TSG hinauswachsen». Man sei im Profifußball, «und da muss man mit diesen regelmäßig wiederkehrenden Umständen zurechtkommen», kommentierte Trainer Julian Nagelsmann den tiefen Einschnitt.

Der Club von Milliardär Dietmar Hopp unterstreicht mit dem Doppelwechsel seinen Stellenwert als Aus- und Weiterbildungsverein. Vor dieser Saison war Nationalstürmer Kevin Volland für 20 Millionen an Bayer Leverkusen verkauft worden. Zuvor zahlte der FC Liverpool für den brasilianischen Angreifer Roberto Firmino sogar 41 Millionen.

Rudy kommt in der Bundesliga auf 192 Einsätze. Bundestrainer Joachim Löw setzte ihn in der Nationalmannschaft zwölfmal ein. Süle bestritt bislang 90 Erstligaspiele. Der gebürtige Frankfurter will in München weiter «reifen». Er ist eine echte Zukunftsoption beim deutschen Meister, der im Abwehrzentrum mit dem Weltmeisterduo Jérôme Boateng und Mats Hummels sowie dem Spanier Javi Martínez top besetzt ist.

Möglicherweise nimmt auch der bis Saisonende an den FC Schalke 04 ausgeliehene Nationalspieler Holger Badstuber im Sommer wieder den Kampf um die Plätze im Abwehrzentrum des FC Bayern auf.

Rudy könnte im Münchner Luxuskader durch seine Vielseitigkeit eine wertvolle Ergänzung darstellen. Der Techniker kann im Mittelfeld, aber auch auf der rechten Abwehrseite eingesetzt werden. Beim Rekordmeister läuft der Vertrag des spanischen Routiniers Xabi Alonso (35) am Saisonende aus. Kapitän Philipp Lahm (33) wird seine Karriere spätestens 2018 beenden. Rudy war 2010 vom VfB Stuttgart nach Hoffenheim gewechselt. Dort entwickelte er sich zuletzt unter Trainer Nagelsmann zum «aggressive Leader» im Mittelfeld der Kraichgauer.

Vorerst wollen sich Rudy und Süle ganz auf einen erfolgreichen Abschied aus Hoffenheim konzentrieren - am liebsten mit einem Platz im Europapokal. «Wir werden bis zur letzten Minute alles für den Club und unsere Fans geben», äußerte das künftige Bayern-Duo.

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