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Thomas Kraft ist zum Rückrundenstart die Nummer eins im Bayern-Tor.

Thomas Kraft ist zum Rückrundenstart die Nummer eins im Bayern-Tor.

dpa

Thomas Kraft ist zum Rückrundenstart die Nummer eins im Bayern-Tor.

München (dpa) - Mit einem neuen Torwart und einem alten Hoffnungsträger startet der FC Bayern die Aufholjagd in der Fußball-Bundesliga. Vor dem Rückrundenstart stehen bei den Münchnern die umformierte Abwehr um Youngster-Keeper Thomas Kraft und der wiedergenesene Arjen Robben im Rampenlicht.

Nach einer enttäuschenden Hinrunde ist der deutsche Rekordmeister gefordert, um von einem enttäuschenden fünften Tabellenrang bis zum Saisonende zumindest noch auf einen Champions-League-Platz zu klettern. Teamintern ist sogar die 23. deutsche Meisterschaft nach wie vor ein Thema. «Wenn wir eine Serie schaffen, ist die Hoffnung natürlich da», sagte Nationalstürmer Mario Gomez vor der ersten Bewährungsprobe der neuen Elf beim VfL Wolfsburg trotz des immensen Rückstands auf Spitzenreiter Borussia Dortmund.

Nach einem halben Jahr Pause steht der Niederländer Robben am Wochenende erstmals in dieser Spielzeit wieder im Bayern-Kader. Trainer Louis van Gaal ließ allerdings durchblicken, in der Startelf womöglich noch auf den Offensivkünstler verzichten zu wollen. Robben selbst meinte: «Ich glaube, dass ich spielen werde. Vielleicht von Anfang an oder erst in der zweiten Halbzeit.»

Der 26-Jährige strotzt in diesen Tagen vor Tatendrang und Ehrgeiz. Ein Muskelriss im Oberschenkel setzte ihn nach der WM in Südafrika lange außer Gefecht. Jetzt nutzt Robben jedes Training, um auf sich aufmerksam zu machen. «Er hat mich beeindruckt. Ich hätte ihn nicht schon wieder so stark erwartet», sagte Innenverteidiger Holger Badstuber, der in Wolfsburg mit seinen 21 Jahren an der Seite von Kraft (22) und dem Brasilianer Breno (21) bereits die Rolle des Abwehrchefs übernehmen soll.

«Ich nehme mich da in die Verantwortung, ich kann und soll führen. Ich versuche in diese Rolle hineinzuwachsen», versprach Badstuber, der in der Hinrunde selbst lange wegen einer Schambeinverletzung ausgefallen war. Fortan genießt ein blutjunges Trio in der Abwehrmitte van Gaals Vertrauen - die Routiniers Jörg Butt (36, Reserve), Daniel van Buyten (32, Reserve) und Martin Demichelis (30, Wechsel nach Malaga) sind ihre Plätze los.

Überraschend kam vor allem die Absetzung von Stammkeeper Butt zugunsten des Nobodys Kraft, der bisher nur in zwei bedeutungslosen Champions-League-Gruppenspielen auflaufen durfte und nun vor seinem Bundesliga-Debüt steht. «Es gibt nicht alt oder jung, es gibt nur gut oder schlecht», meinte Stürmer Gomez. Der spektakuläre Torwarttausch setzt aber auch van Gaal unter Druck: Gelingt das Experiment mit den Jungspunden nicht, käme schnell wieder Kritik am Niederländer auf. Butt hatte eine makellose Hinrunde gespielt, war aber dennoch van Gaals Generationswechsel zum Opfer gefallen.

«Ich kann mir vorstellen, dass Kraft das schaffen wird», meinte Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld zum Vabanquespiel. «Ich bin schon mit 19-Jährigen Meister geworden», tönte van Gaal vor dem Match gegen die bislang überaus enttäuschenden Niedersachsen trotzig. Der ins hintere Mittelfeld abgestürzte Ex-Meister aus Wolfsburg erwartet von sich in der Rückrunde ebenfalls eine große Leistungssteigerung. «So wie ein Fußballmatch nie zwei gleiche Hälften hat, denke ich, hat auch eine Saison keine zwei gleichen Halbserien», sagte VfL-Trainer Steve McClaren.

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