FCA-Coach
Augsburgs Trainer Markus Weinzierl freut sich auf die Spiele in der Europa League. Foto: Stefan Puchner

Augsburgs Trainer Markus Weinzierl freut sich auf die Spiele in der Europa League. Foto: Stefan Puchner

dpa

Augsburgs Trainer Markus Weinzierl freut sich auf die Spiele in der Europa League. Foto: Stefan Puchner

Augsburg (dpa) - Basel hat beim FC Augsburg niemand spontan als Wunschziel für die Europa-Reise 2015/16 ausgerufen. Ausgeflippt ist schließlich noch keiner beim Tabellensechsten der Fußball-Bundesliga.

Im Basler St. Jakob-Park findet 2016 das Endspiel der Europa League statt. Aber Luftschlösser bauen sie in Augsburg keine mit Blick auf die ohnehin schon märchenhafte internationale Premiere in der kommenden Saison, nur vier Jahre nach dem Bundesliga-Aufstieg.

«Wir sind immer der Kleine, in der Bundesliga und definitiv in Europa», bemerkte Trainer Markus Weinzierl zur neuen, großen Aufgabe für den kleinen FCA. Es war am vergangenen Wochenende im Zuge des spannenden Abstiegskampfes mit großen, international erfahrenen Traditionsclubs wie dem Hamburger SV oder dem VfB Stuttgart fast untergegangen, dass der FC Augsburg demnächst erstmals international spielen darf. «Das ist Neuland für uns, eine klasse Herausforderung, grandios», schwärmte FCA-Manager Stefan Reuter.

Fünfter, Sechster oder Siebter? Vor dem Bundesliga-Saisonfinale am Samstag bei Borussia Mönchengladbach ist für die Augsburger noch alles drin. Der Platz - Fünfter, eher aber Sechster oder Siebter - entscheidet darüber, wann die Europa-Tour für den FCA beginnen wird. In der 3. Qualifikationsrunde am 30. Juli und 6. August, in den Playoffs am 20. und 27. August oder erst in der lukrativen Gruppenphase, die am 17. September startet. «Es wäre wichtig, die Quali zu überspringen», sagte Weinzierl in der «Augsburger Allgemeinen Zeitung».

Klarheit, wann in der Augsburger Arena die Europa-Premiere steigt, könnte sogar erst nach dem Pokalfinale zwischen Wolfsburg und Dortmund am 30. Mai herrschen. Vom Zeitpunkt des Einstiegs hängt vieles ab, besonders die Kaderplanung. «Es ist schon ein Unterschied, ob du die Gruppenphase erreichst oder nur die Bundesliga hast», gab Weinzierl zu bedenken.

Die Gruppenphase mit sechs Spielen würde Englische Wochen bis zum Jahresende garantieren - und eine Startprämie von 2,4 Millionen Euro der UEFA. Der Kader müsste breiter aufgestellt werden, um die Fußball-Abende in Europa ohne Leistungseinbrüche im Liga-Alltag bewältigen zu können. «Die Belastung muss man verteilen», sagte Reuter, der trotz Europa-Höhenflug feststellte: «Die Klasse in der Bundesliga zu halten, wird auch nächstes Jahr unser Ziel sein.»

Auf Reuter und Weinzierl dürfte eine arbeitsreiche Sommerpause zukommen. Bislang hatten sich die Verantwortlichen mit dem Thema Europa League nur «grob» beschäftigt, wie Reuter sagte. Allein das Regelwerk der UEFA umfasst 100 Seiten. Darin sind selbst Dinge wie die Beleuchtungsstärke der Flutlichtanlage exakt festgelegt.

Im Fokus stünde aber die Mannschaft. Das Gerüst steht. Mit Leistungsträgern wie Halil Altintop (bis 2017) oder Kapitän Paul Verhaegh (2018) wurden die Verträge kürzlich verlängert. Die ausgeliehenen Pierre-Emile Højbjerg (FC Bayern) und Dominik Kohr (Bayer Leverkusen) würde man gerne ein weiteres Jahr behalten.

«Europa, das ist Wahnsinn», sagte Kapitän Verhaegh begeistert und auch ein bisschen ungläubig: «Letztes Jahr waren wir Achter. Da habe ich nicht geglaubt, dass das noch zu toppen wäre.» Das Endspiel in Basel erscheint unerreichbar weit entfernt. Reuter würde sich aber schon «ein paar schöne Ziele für unsere Fans» wünschen. «Europa ist ganz klar ein Bonus», sagte er. Egal, wohin die Reise am Ende geht.

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