Furchtlos
Gladbach-Trainer Lucien Favre hat keine Angst vor den Bayern. Foto: Thomas Eisenhuth

Gladbach-Trainer Lucien Favre hat keine Angst vor den Bayern. Foto: Thomas Eisenhuth

dpa

Gladbach-Trainer Lucien Favre hat keine Angst vor den Bayern. Foto: Thomas Eisenhuth

Düsseldorf (dpa) - Die Jagd auf den FC Bayern München geht weiter. Nach nur 30 Tagen Pflichtspielpause nimmt die Fußball-Eliteklasse den Spielbetrieb wieder auf.

Neben dem mit Spannung erwarteten Titelkampf mit dem von den 18 Trainern fast einmütig zum Titelfavoriten erklärten Tabellenführer aus München steht in der am Wochenende startenden Bundesliga-Rückrunde auch das finale Casting für die EM-Kandidaten von Joachim Löw im Fokus. Wie rund 30 deutsche Nationalspieler wollen sich auch zahlreiche Legionäre ihren Auswahlcoaches für die Europameisterschaft im Juni/Juli in Polen und der Ukraine empfehlen.

Erste Eindrücke über die Form der Profis liefert schon der Auftakt-Hit am Freitag zwischen Borussia Mönchengladbach und den Bayern. Bereits der Ausgang des Spitzenspiels dürfte ein Fingerzeig für den restlichen Saisonverlauf sein. Gelingt dem Überraschungsteam der Hinrunde ein ähnlicher Coup wie beim 1:0-Sieg in München am 1. Spieltag, könnte das «Mir-san-mir»-Selbstbewusstsein der Elf von Jupp Heynckes gleich etwas leiden. Borussia-Trainer Lucien Favre hofft trotz der vielen Diskussionen um den Reus-Transfer nach Dortmund im Sommer auf einen Paukenschlag. «Bayern ist eine Top-Mannschaft und Favorit auf die Meisterschaft», sagte der Schweizer. «Aber wir haben keine Angst.»

Auch die drei Punkte hinter dem Spitzenreiter lauernden Verfolger Borussia Dortmund und Schalke 04 würde es freuen, wenn der Kampf um den 49. Bundesliga-Titel bis zum Finale am 5. Mai spannend bliebe. Und selbst die durch die Rückkehr von Führungsspieler Bastian Schweinsteiger gestärkten Münchner glauben nicht an ihren Alleingang. «Unsere Mannschaft ist gut vorbereitet, aber uns muss klar sein: Am Freitag geht die Jagd auf den FC Bayern los», sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Anders als die gesamte Konkurrenz müssen die für das Champions-League-Achtelfinale qualifizierten Bayern-Spieler zudem die Dreifachbelastung bewältigen.

Dieses «Problem» von Bayern-Coach Jupp Heynckes, der seine vielen Nationalspieler bei Laune halten und deren hohe Belastung dosieren muss, hätten Meistertrainer Jürgen Klopp und Schalke-Coach Huub Stevens auch gern. Doch während für den BVB auf Europas Fußball-Bühne der Vorhang gefallen ist, verabschiedete sich Schalke kurz vor Weihnachten in Gladbach aus dem DFB-Pokal. Immerhin ist die Chance für die Revierrivalen in dieser Spielzeit besonders groß, sich für «Königsklasse» zu qualifizieren. Denn der Bundesliga steht in der kommenden Saison ein vierter Startplatz (Qualifikation) zu.

In Bezug auf die eigenen Titelambitionen stapeln die Bayern-Rivalen nach nur 30 Tagen Pflichtspielpause und kurzer Vorbereitung so tief wie möglich. «Es scheint runder zu laufen als vor der Hinrunde», sagte Klopp im dpa-Interview vor der «ersten Prüfung» am Sonntag beim Hamburger SV. Und Stevens sieht seine Elf längst nicht auf Augenhöhe mit dem Branchenprimus. Wie zwölf seiner Bundesliga-Kollegen glaubt der Niederländer, dass der Rekordmeister seinen 23. Titel holt. «Weil die Bayern den besten Kader haben. Wir selbst sind noch nicht so weit», sagte Stevens.

Während ein Drittel der Clubs in der Winterpause keine Transfers tätigte, war einer mal wieder hyperaktiv. Um Anschluss nach oben zu finden, rüstete Trainer-Manager Felix Magath den Tabellen-Zwölften VfL Wolfsburg mit den VW-Millionen kräftig nach. Für bisher acht Neuzugänge (Stand Mittwochmittag) blätterte der Konzern knapp 30 Millionen Euro hin. Selbst Insider haben angesichts des ständigen Kommen und Gehens den Überblick über den Riesenkader verloren.

Mit neuen Trainern versuchen es Schlusslicht SC Freiburg, bei dem Christian Streich die Nachfolge von Marcus Sorg antrat, und Hertha BSC. Nach dem Knatsch mit Markus Babbel übernahm Michael Skibbe das Ruder in Berlin. Für die Breisgauer dürfte es ohne den für rund zwölf Millionen Euro an Newcastle United verkauften Toptorjäger Papiss Demba Cissé schwer werden, den Fünf-Punkte-Rückstand auf Platz 15 aufzuholen und dem Abstieg zu entgehen. Das Duell mit dem Vorletzten FC Augsburg am Samstag hat für den SC schon enorme Bedeutung.

Mit Handicaps starten fast alle Vereine am 18. Spieltag: Denn fast 60 Profis fehlen zum Wiederbeginn wegen Sperren, Abstellungen für den Afrika-Cup oder Verletzungen.

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