Torsten Frings leitet sein erstes Training als Trainer von Darmstadt 98. Foto: Frank Rumpenhorst
Torsten Frings leitet sein erstes Training als Trainer von Darmstadt 98. Foto: Frank Rumpenhorst

Torsten Frings leitet sein erstes Training als Trainer von Darmstadt 98. Foto: Frank Rumpenhorst

dpa

Torsten Frings leitet sein erstes Training als Trainer von Darmstadt 98. Foto: Frank Rumpenhorst

Darmstadt (dpa) - Der Wind blies kräftig bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, doch Torsten Frings ließ sich seinen Optimismus nicht nehmen. «Das hat sich super angefühlt», sagte der 40-Jährige am Dienstag nach seiner ersten Trainingseinheit als neuer Chefcoach des SV Darmstadt 98.

Und mit Blick auf den bevorstehenden Abstiegskampf fügte er an: «Wir wissen, dass es sehr, sehr schwer wird. Aber wir wissen auch, dass wir uns noch nicht beerdigen müssen.»

Noch keine Woche ist Frings beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga im Amt. Er soll die Mannschaft wieder in die Spur bringen, die sie unter dem Anfang Dezember beurlaubten Norbert Meier verloren hatte. «Wichtig ist jetzt erst einmal, dass wir als Team zusammenwachsen», sagte Frings. Zudem beschwor er die alten Tugenden, die den Verein in den Vorjahren so stark gemacht hatten. «Dazu gehören Glaube, Kampf und Wille. Das werden wir alles in diese Mannschaft hier reinfeuern.»

Eine wichtige Rolle spielen für ihn dabei die Führungsspieler. Vor dem Training unterhielt sich Frings auf dem Platz länger mit Routinier Peter Niemeyer, beide kennen sich noch aus gemeinsamen Profizeiten bei Werder Bremen. «Peter ist ein sehr wichtiger Spieler und ein wichtiger Ansprechpartner für mich.» Auch mit Mannschaftskapitän Aytac Sulu habe er schon viel gesprochen. «Er ist ein absoluter Leader», lobte Frings.

«Man sieht, dass er ein junger, hungriger Trainer ist, der sehr viel will», sagte Sulu über den neuen Coach. «Man muss ihm hoch anrechnen, dass er zu Darmstadt 98 als erste Station als Cheftrainer geht. Da muss man schon Eier in der Hose haben. Da gibt es Trainer, die würden diese Aufgabe nicht angehen.» Wenn Frings ihn um Rat frage, stehe er natürlich bereit. «Aber ich glaube nicht, dass Torsten Frings Aytac Sulu fragen muss, was er zu tun hat.»

Tatsächlich hat der 79-malige A-Nationalspieler in Darmstadt eine schwierige Aufgabe übernommen. Mit nur acht Punkten aus 16 Spielen liegen die «Lilien» am Tabellenende, der Relegationsplatz ist bereits fünf Punkte entfernt. Seit neun Pflichtspielen ist die Mannschaft ohne Punktgewinn, seit vier Spielen auch noch ohne Torerfolg.

In der Vorbereitung wird Frings wahrscheinlich komplett auf Offensivmann Änis Ben-Hatira verzichten müssen. Der tunesische Nationalspieler steht vor einer Nominierung für den Afrika-Cup. Auch der Ukrainer Denys Oliinyk, der immerhin ein Tor in der Hinrunde erzielt hatte, fehlt noch einige Zeit nach einer Meniskusoperation und wird nicht mitreisen, wenn die Mannschaft am Freitag zur einwöchigen Vorbereitung nach San Pedro del Pinatar in Spanien auf.

Ob der Verein noch auf dem Transfermarkt aktiv wird, steht laut Frings nicht fest. «Wir müssen uns da ganz sicher sein. Wir werden nur Spieler kaufen, die uns auch verbessern.» Sicher ist dagegen, dass noch ein Co-Trainer kommen soll. «Das ist eine sehr wichtige Entscheidung für mich. Da möchte ich mir die nötige Zeit nehmen, bis ich den perfekten Mann habe», sagte er und fügte dann grinsend an: «Dann werdet ihr das als Erste erfahren - wahrscheinlich.»

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