Teilentmachtet
Frankfurts-Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen bekommt einen Sport-Manager an die Seite gestellt.

Frankfurts-Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen bekommt einen Sport-Manager an die Seite gestellt.

dpa

Frankfurts-Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen bekommt einen Sport-Manager an die Seite gestellt.

Frankfurt/Main (dpa) - Nach der Trennung von Christoph Daum und der Teilentmachtung von Vorstandschef Heribert Bruchhagen hat beim Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt das Casting für den vakanten Trainerposten und das neue Amt des Sportmanagers begonnen.

«Der Manager soll die Verantwortung für die sportlichen Entscheidungen tragen. Er soll ziemlich schnell an Bord kommen, um die offenen Fragen zum Trainer und Spielerkader mitentscheiden zu können», verkündete Aufsichtsratschef Wilhelm Bender den Fahrplan für die nächsten Wochen.

Eintracht-Boss Bruchhagen kündigte eine intensive Kandidatensuche an, bei der man sich trotz der kurzen Sommerpause aber nicht unter Zeitdruck setzen will. «Es hat noch nicht einen einzigen Namen gegeben, über den wir gesprochen haben. Es ist nicht vorstellbar, dass wir in den nächsten drei Tagen einen Manager vorstellen. Der müsste ja vom Himmel fallen», sagte Bruchhagen.

Die Eintracht beginnt bereits am 8. Juni mit der Vorbereitung auf die kommende Saison, die am 15. Juli startet. «Es besteht also schneller Handlungsbedarf, aber keine Panik», sagte Bruchhagen. Erst wenn der Manager verpflichtet sei, werde man die Suche nach einem neuen Trainer intensivieren. «Der Manager muss ja mit dem Trainer zusammenarbeiten. Daher hat er nicht nur ein Vorschlagsrecht, sondern die Priorität bei der Auswahl», betonte Bruchhagen.

Den Verlust seines Einflusses nimmt der 62-Jährige - bisher Vorstand und Manager in Personalunion - zumindest öffentlich klaglos hin. «Nach den Entwicklungen der vergangenen Monate muss ich mich natürlich der Kritik an den sportlichen Entscheidungen stellen. Ich habe mich überzeugen lassen, dass es besser ist, den sportlichen Bereich durch einen Manager zu stärken. Dies habe ich voll und ganz akzeptiert. Dazu bedurfte es nicht großer Überredungskünste», erklärte Bruchhagen.

Wie sich seine Zusammenarbeit mit dem Manager gestalten soll, hat er am Montagabend dem obersten Vereinsgremium erläutert. «Ich habe klare Vorstellungen entwickelt, und die haben die volle Zustimmung des Aufsichtsrates gefunden», berichtete Bruchhagen und versicherte: «Wer als Rechtsaußen verpflichtet wird, das entscheidet in Zukunft der Sportmanager mit dem Trainer. Er wird in mir nicht noch einen Oberschlauen haben, der versucht, ihm mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.»

Bis ein kompetenter und bezahlbarer Manager gefunden ist, wird Bruchhagen vorerst allein an der Zusammenstellung des Zweitligateams basteln. «Der Kader hat Substanz, bedarf aber einer Erneuerung. Ich habe das unbedingte Ziel für diesen tollen Verein, den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen. Dazu muss ich mir nicht auf die Brust schlagen oder einen Adler auf der Brust tragen», sagte Bruchhagen.

Am Donnerstag verhandelt er mit dem Berater von Maik Franz über einen Verbleib des von Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC umworbenen Innenverteidigers. Keine Perspektive bei der Eintracht haben dagegen Aleksandar Vasoski, Zlatan Bajramovic und Marcel Heller. Sie sollen sich einen neuen Verein suchen.

«Wir werden auf der Grundlage solider Finanzen in der Lage sein, einen leistungsfähigen Kader zusammenzustellen», versicherte Bender. Und dann gab der Aufsichtsratschef zu vorgerückter Stunde die Parole für die kommenden zwölf Monate aus: «Es gibt selbstverständlich nur ein Ziel: Dass die Eintracht am Ende der nächsten Saison wieder in der Bundesliga spielt.»

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