Neu-Verpflichtung
Vedad Ibisevic präsentiert nach seinem Wechsel von Hoffenheim zum VfB Stuttgart sein neues Trikot. Foto: Bernd Weißbrod

Vedad Ibisevic präsentiert nach seinem Wechsel von Hoffenheim zum VfB Stuttgart sein neues Trikot. Foto: Bernd Weißbrod

dpa

Vedad Ibisevic präsentiert nach seinem Wechsel von Hoffenheim zum VfB Stuttgart sein neues Trikot. Foto: Bernd Weißbrod

Stuttgart (dpa) - Jahrelang hat der VfB Stuttgart einen Spieler nach dem anderen an die TSG Hoffenheim verloren. Vedad Ibisevic ging den umgekehrten Weg. Für rund fünf Millionen Euro kaufte der VfB seinem Nachbarn und Rivalen den erfolgreichsten Stürmer in dessen Bundesliga-Geschichte ab.

«Die Zeit in Hoffenheim hat mir viel Spaß gemacht. Sie ist aber auch zu lang geworden. Ich hatte das Gefühl, dass ich noch viel mehr vorhabe in meiner Karriere», sagte der 27 Jahre alte Bosnier bei seiner Vorstellung in Stuttgart.

Ibisevic' Unterschrift unter einen gleich bis 2016 datierten Vertrag besiegelte ein Geschäft, das alle Beteiligten hörbar erleichterte. Der VfB sieht in ihm die dringend benötigte Verstärkung für den Angriff, wo es Cacau, Julian Schieber und Pawel Pogrebnjak in dieser Saison bislang nur auf fünf magere Stürmertore gebracht haben. «Er ist ein klassischer Torjäger», sagte Sportdirektor Fredi Bobic. «Er kennt die Sprache, er kennt die Bundesliga und er hat seinen Namen dort schon über Jahre platziert.»

Auch bei der TSG passen das frische Geld und der Abschied des nächsten langjährigen Leistungsträgers gut ins Bild: Die Hoffenheimer treiben mit Macht den Neuaufbau ihres Teams voran und haben nach Demba Ba (Newcastle United), Luiz Gustavo (Bayern München) und Chinedu Obasi (Schalke 04) nun schon den vierten früheren Aufstiegshelden in nur zwölf Monaten ziehen lassen.

Nach außen betonte Manager Ernst Tanner via Presseerklärung: «Vedad Ibisevic ist ein verdienter Spieler, der die jüngste Geschichte der TSG maßgeblich mitgeprägt hat. Wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen.» Tatsächlich aber war das Verhältnis zwischen Verein und Torjäger nach viereinhalb Jahren und 43 Toren in 92 Bundesliga-Spielen belastet. «Wir haben in dieser Saison die meisten Punkte ohne Vedad geholt», sagte Tanner am Trainingsplatz.

Auch Ibisevic machte zeitgleich keinen Hehl daraus, dass er den VfB für die bessere Adresse als Hoffenheim hält. In Stuttgart gebe es «viel mehr Potenzial», ein doppelt so großes Stadion und vor allem Tradition, meinte er. «Die Fans hier wissen, wie man Stimmung macht.»

Womöglich löst sein Wechsel nun auch eine Kettenreaktion auf dem Transfermarkt aus. Die Hoffenheimer bemühen sich um Ersatz für den bosnischen Nationalspieler und haben dabei den lange Zeit auch in Stuttgart gehandelten Srdjan Lakic vom VfL Wolfsburg im Visier. «Das ist auch ein sehr interessanter Spieler», bestätigte Tanner. «Wir sind aber mit Wolfsburg und mit ihm in keinster Weise einig.» Sollte der 28 Jahre alte Kroate zur TSG wechseln wollen, müsste er bereit sein, «deutlich weniger zu verdienen als Ibisevic», meinte Tanner.

Beim VfB wiederum könnte das Ende der Stürmersuche den Abschied von Pogrebnjak zur Folge haben. «Wenn ein Club anklopft, werden wir ihm keine Steine in den Weg legen. Bislang gibt es aber noch keine Anfrage», erklärte Bobic. Spätestens im Sommer wird der Russe den Verein ohnehin verlassen, dann läuft sein gut dotierter Vertrag aus.

Spätestens im Sommer könnte dann auch der nächste Hoffenheimer nach Stuttgart wechseln. Denn Sejad Salihovic ist beim VfB ebenfalls im Gespräch. «Er ist ein sehr guter Spieler, keine Frage», sagte Ibisevic. «Aber ich werde hier auch ohne Sali klarkommen.»

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