Dortmunds Nationalspieler beweist mit seinem Tor gegen Fürth sein enormes Ballgefühl.

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Die Freude nach dem Geniestreich: Mario Götze jubelt nach seinem Tor zum 2:1.

Die Freude nach dem Geniestreich: Mario Götze jubelt nach seinem Tor zum 2:1.

Reuters

Die Freude nach dem Geniestreich: Mario Götze jubelt nach seinem Tor zum 2:1.

Dortmund. Eine Halbzeit Volldampf, 45 Minuten Schongang – den 3:1 (3:1)-Erfolg Borussia Dortmunds gegen Greuther Fürth könnte man in aller Kürze in die Kategorie Pflichtsieg einordnen. Wäre da nicht dieser Gänsehaut-Moment kurz vor der Pause gewesen. Dieses Tor von Mario Götze (42.), das die hohe Kunst des Fußballs nicht anschaulicher hätte auf den Rasen bringen können. Mustergültig vom genesenen und starken Jakub Blaszczykowski in Szene gesetzt, umkurvte der Nationalspieler erst Torhüter Max Grün, ließ dann den energisch heranrauschenden Heinrich Schmidtgal über die Torauslinie rutschen und schob in aller Seelenruhe ein.

Götze bereitet auch das erste Tor vor und ist an fast jedem Angriff beteiligt

„Das könnte ich mir 50 Mal im Fernsehen anschauen“, brüllte Stadionsprecher Norbert Dickel in der Halbzeitpause ins Mikro, während dieses fußballerische Kunstwerk den mehr als 80 000 Fans in der ausverkauften Arena über die Großbildleinwände mehrfach nachgereicht wurde. Von vorne. Von hinten. Von oben. Von der Seite. Zum Genießen halt. „Das war schon ein schönes Tor“, gab Götze selbst gerne zu. „Ich habe intuitiv gehandelt, als ich mit dem Abschluss noch gewartet habe.“

Dieser Instinkt macht ihn aus, verbunden mit einer Technik, über die zurzeit kaum ein zweiter deutscher Fußballer verfügt. Das erste Tor von Robert Lewandowski hatte Super-Mario bereits vorbereitet (3.), war in der Folge bis zu seiner von frenetischem Beifall begleiteten Auswechslung in der 66. Minute an beinahe jedem Dortmunder Angriff beteiligt. Das 2:1 ging ebenfalls auf das Konto von Lewandowski (15./Foulelfmeter). Zwischenzeitlich hatte Zoltan Stieber herrlich zum Ausgleich (5.) gelupft.

Mit nur einem Zähler weniger als zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison ist der BVB voll im Soll. „Wir tun gut daran, nur auf uns zu schauen“, wollte Götze nicht den Blick auf die um neun Punkte enteilten Bayern aus München richten. Dann ließ er die Journalisten mit Hinweis auf sein Abendprogramm grinsend alleine: „Jetzt geht es ab auf die Couch.“ Regeneration ist angesagt. Für das Champions-League-Spiel am Mittwoch bei Ajax Amsterdam, bei dem der noch fehlende Punkte fürs Weiterkommen gesichert werden soll. Mit Götze.

Aber wohl kaum mit Ivan Perisic in der Anfangsformation. Nach seiner Motzattacke während der vergangenen Woche hatte der Kroate überraschend 90 Minuten gegen Fürth durchgespielt, dabei aber erneut nicht überzeugt. Kann man sich beim BVB in die Mannschaft meckern? Trainer Jürgen Klopp vielsagend: „Wir wollten Ivan sowieso spielen lassen.“

Überragend Götze Gut Bender, Blaszczykowski, Lewandowski
Durchschnittlich Weidenfeller, Piszczek, Hummels, Subotic, Schmelzer, Gündogan
Enttäuschend Perisic
 

Durchschnittlich Grün, Stieber, Sararer, Azemi
Enttäuschend Nehrig, Sobiech, Mavraj, Schmidtgal, Fürstner, Zillner, Prib

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