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BVB-Trainer Jürgen Klopp feuert seine Spieler gut gelaunt an.

BVB-Trainer Jürgen Klopp feuert seine Spieler gut gelaunt an.

dpa

BVB-Trainer Jürgen Klopp feuert seine Spieler gut gelaunt an.

Düsseldorf (dpa) - «Herbstmeister»-Trainer Jürgen Klopp will von einem Titel-Gerede beim souveränen Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund vor dem Start der Rückrunde überhaupt nichts wissen.

«Die beginnen wir bei null - 17 Spiele, und wir fangen am Freitag in Leverkusen an», sagte der Fußball-Lehrer der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Wenn wir verlieren, sind es sieben, wenn wir gewinnen, 13 Punkte, aber das ist doch jetzt völlig wurscht», meinte Klopp angesichts des Vorsprungs auf die Verfolger Mainz 05 und Bayer Leverkusen.

«Man nimmt uns nicht ab, dass wir uns damit nicht beschäftigen», betonte Klopp in Sachen Meisterschaft. Es gehe doch nur von Spiel zu Spiel. «Wenn ich Riesenslalom fahre, freue ich mich nach dem ersten Tor auch nicht über einen Superschwung und rausche ins nächste Tor hinein», bemühte der BVB-Chefcoach einen Vergleich aus dem alpinen Skisport.

Die aktuelle Situation kommt für Klopp überraschend: «Wir haben ja nicht im Sommer gesagt, passt mal auf, im Winter werdet ihr euch alle wundern, da sind wir zehn Punkte vor allen anderen.» Er habe aufgrund der Qualifikation für die Europa League nicht gewusst, «wie wir mit dieser Mehrfachbelastung umgehen».

Klopp habe sich aber schon frühzeitig dafür entschieden, «dass wir mit diesem Team unsere eigenen Erfahrungen machen müssen. Es gab noch keine Mannschaft mit einer solchen Altersstruktur, die eine ähnliche Situation hatte», sagte der BVB-Coach.

Ein vorzeitiges Ende seines bis 2014 in Dortmund verlängerten Vertrags kommt für Klopp nicht infrage. Schlagzeilen über ein angebliches Interesse des englischen Premier-League-Vereins FC Liverpool nimmt er zur Kenntnis, denkt sich aber nichts dabei. «Bei Liverpool habe ich keine Ahnung, woher es kommt», sagte er. Und: «Zu glauben, dass ich alles hinwerfe, weil Liverpool mal ruft, ist doch albern und absoluter Quatsch», betonte er.

Ähnliche Gefühle entwickelt der 43-Jährige beim Thema Deutscher Fußball-Bund (DFB) und Nationaltrainer: «Das Thema Nationalmannschaft hat mich komplett überrascht.» Beim Skifahren habe er aufgrund zahlreicher SMS-Botschaften gemerkt, dass da irgendwas passiert sein müsse. «Ich dachte schon, ich hätte einen Herzschrittmacher, so oft hat es an meiner Brust gepiepst.»

Was Bundestrainer Joachim Löw gesagt habe, sei sehr nett, aber habe darüber hinaus keine Bedeutung. «Es ist nicht so, dass ich das Gefühl hätte, ich könnte den Job des Bundestrainers nicht machen. Nur die Frage stellt sich nicht», ergänzte Klopp.

Löw hatte seinen Kollegen Klopp und Thomas Tuchel (FSV Mainz 05) die Fähigkeit bescheinigt, eines Tages seine Nachfolge antreten zu können. «Klopp und Tuchel können auf ihre Weise auch die deutsche Nationalmannschaft führen, ganz klar», hatte Löw Ende Dezember öffentlich geäußert.

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