Borussia Dortmund - FC Augsburg 0:1
Dieses Spiel ging ins Auge: Trainer Klopp kann nicht zufrieden sein.

Dieses Spiel ging ins Auge: Trainer Klopp kann nicht zufrieden sein.

Roland Weihrauch, Bild 1 von 2

Dieses Spiel ging ins Auge: Trainer Klopp kann nicht zufrieden sein.

Dortmund. Als sich mehr als 80000 Fußballfreunde am Mittwochabend in Dortmund vor dem Anpfiff der Partie gegen den FC Augsburg für den am Sonntag verstorbenen Udo Lattek erhoben, wird manch einer an die Spielzeit 1999/2000 gedacht haben. Da rettete der erfolgreichste deutsche Trainer aller Zeiten den BVB vor dem Abstieg. Das vergisst dem knorrigen Lattek niemand bei Schwarz-Gelb, der insgesamt zweimal für die Borussia tätig war.

Ob auch Jürgen Klopp Abstiegskampf "kann", wird sich in den nächsten Wochen und Monaten erst noch erweisen müssen. Wenn man ihn überhaupt noch lässt. Mit dem bitteren 0:1 (0:0) gegen die Bayern gelang jedenfalls nicht der erhoffte Befreiungsschlag.

Der Coach musste mit ansehen, wie sein Team gegen die taktisch klug agierenden Gäste viel zu selten ein Mittel fand, um echte Gefahr vor dem Augsburger Tor heraufzubeschwören. Wirklich warm (ums Herz) war den Fans in der größten Gefriertruhe des Landes beim 2 Grad minus nur vor dem Anpfiff geworden. Eben bei der Gedenkminute für Lattek.

Das Bemühen war zwar vom Anpfiff an unverkennbar und mündete in Möglichkeiten von Kevin Kampl und Marco Reus (beide 15.) und einem zurecht nicht gegebenen Treffer von Pierre-Emerick Aubameyang (26., Abseits). Wirklich mitreißend war der sportliche Vortrag des Gastgebers in der ersten Hälfte aber nicht. Irgendwie schien da immer die Sorge vor einem Augsburger Konter zu sein. Zwei sorgten in der Tat für Gefahr. Als nämlich ein Heber von Dong Won Ji (14.) und ein Fernschuss von Paul Verhaegh (31.) knapp ihr Ziel verfehlten.

Konkreter schloss die Elf von Markus Weinzierl einen Gegenangriff kurz nach dem Seitenwechsel ab. Halil Altintop durfte ungehindert durch die Dortmunder Reihen spazieren, das Leder landete bei Raoul Bobadilla, und der Stürmer ließ sich die Chance freistehend nicht entgehen - 0:1 (50.).

Ein Schock für den BVB, welcher das Nervenkostüm massiv beschädigte. Sofern es denn zuvor überhaupt Stabilität besessen hatte. Dortmund spielte wie ein Absteiger, auch wenn sich der in die Anfangsformation zurückkehrte Nationalspieler Ilkay Gündogan immer wieder um Linie bemühte.

Letztlich musste schon die Notbremse von Christoph Janker gegen Aubameyang her (64.), um einen Hauch von Hoffnung zurückkehren zu lassen. Der Abwehrmann sah Rot. Wirklich strukturiert ging der Tabellenletzte die knappe letzte halbe Stunde aber nicht an, verhedderte sich immer wieder im dichten Abwehrnetz des FCA, der seine internationalen Ambitionen mit einem Bollwerk untermauerte.

Jürgen Klopp griff zum letzten Mittel, nahm den massiv enttäuschenden Marco Reus und den ausgepumpten Kevin Kampl vom Feld. Dass Shinji Kagawa und Henrikh Mkhitaryan es auch nicht besser machten, lässt sich am Endergebnis ablesen.

Und nun, Borussia Dortmund? Eines ist sicher: Udo Lattek kann nicht mehr helfen...

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