Trainer Thomas Tuchel verzichtet beim 4:1 gegen Stuttgart zunächst auf Mats Hummels.

Borussia Dortmund - VfB Stuttgart
Die Dortmunder jubeln, die Stuttgarter sind enttäuscht Foto: Bernd Thissen

Die Dortmunder jubeln, die Stuttgarter sind enttäuscht Foto: Bernd Thissen

dpa

Die Dortmunder jubeln, die Stuttgarter sind enttäuscht Foto: Bernd Thissen

Dortmund. Der Kapitän war nicht an Bord, aber das Schiff von Borussia Dortmund hat dennoch wieder Fahrt aufgenommen. Ohne Mats Hummels gewannen die Schwarz-Gelben Sonntagnachmittag in Spiel eins nach der Woche mit zwei Niederlagen gegen den VfB Stuttgart mit 4:1 (2:1) und festigten den zweiten Tabellenplatz. "In der ersten Halbzeit hatten wir hin und wieder noch ein wenig Mühe mit der richtigen Raumaufteilung, doch nach der Pause war es dann ein richtig gutes Spiel von uns. Ich bin sehr zufrieden, wie die Mannschaft wieder in die Spur gefunden hat", sagte Tuchel.

Die Begegnung war allerdings auch in manch anderer Hinsicht Spiel eins. Spiel eins natürlich für den VfB Stuttgart nach der Entlassung von Trainer Alexander Zorniger. Vorerst übernahm in Jürgen Kramny, der Trainer der zweiten Mannschaft, den Job. Dass der 44-Jährige mit dem Drittliga-Team derzeit auf einem Abstiegsplatz steht, war dabei am Sonntag weit weniger brisant als die Tatsache, dass er ausgerechnet in Dortmund erstmals die Verantwortung für die Bundesliga-Mannschaft innehatte.

Schließlich bestritt Kramny am 8. August 1990 just im Westfalenstadion sein Bundesliga-Debüt als Profi. Zudem war er in seiner Zeit beim FSV Mainz 05 von Juli 2006 bis Juni 2008 Spieler und Assistenztrainer von Jürgen Klopp. Klar, dass der BVB-Erfolgstrainer seinem Freund via Telefon aus Liverpool viel Glück gewünscht hat. Zudem erklärte Klopp in der Stadt am Mersey auch, dass er durchaus daran denkt, alte Weggefährten an die Anfield Road zu holen. "Es gibt keine Sperr-Vereinbarung zwischen dem BVB und mir. Wenn es also eine Möglichkeit geben sollte, einen Spieler von dort zu holen, dann würden wir es auch versuchen", sagte Klopp.

Neven Subotic scheint erster Kandidat dafür. Der Abwehrspieler ist unter Thomas Tuchel nur noch Ersatz. Doch auch sein Innenverteidiger-Kollege Mats Hummels könnte in den Fokus rücken. Denn am verregneten ersten Advent war es ja auch Spiel eins nach einer Woche, die den Kapitän der Gelb-Schwarzen massiv in die Kritik gebracht hatte. Im Europa-League-Spiel am Donnerstag verschuldete er den Strafstoß, der das entscheidende 0:1 beim FK Krasnodar bedeutete und auch in dem mit 1:3 verlorenen Bundesliga-Spiel beim Hamburger SV hatte Hummels zuvor einen rabenschwarzen Tag erwischt. Zwar bescheinigte ihm Trainer Tuchel in Russland trotz des Fehlers ein gutes Spiel, setzte ihn dann aber am Sonntag dennoch auf die Ersatzbank. "Mats war bislang immer dabei und ich wollte ihm einfach eine körperliche Pause gönnen", sagte Tuchel. Nach dieser Woche erschüttert dies allerdings den Status von Hummels als Platzhirsch - und schürt damit nach Klopps Äußerungen die Spekulationen um einen Abgang.

Von der Bank aus sah Hummels, wie der starke Gonzalo Castro schon nach zwei Minuten für das 1:0 sorgte und Aubameyang in der 19. Minute erhöhte. Dennoch konnten die insgesamt überforderten Stuttgarter zunächst den einen oder anderen Nadelstich setzen und durch Didavi auch verkürzen (40.). Nach dem Seitenwechsel und allerspätestens nach dem Eigentor von Georg Niedermeier (65.) aber passten sich die Schwaben dem tristen Grau dieses verregneten ersten Advents an. Mehr als das 4:1 durch Aubameyangs 17. Saison-Tor sprang für den BVB jedoch nicht mehr heraus. Diesen Treffer durfte der eingewechselte Mats Hummels dann auf dem Rasen bejubeln.

Bürki (3) - Piszczek (3), Sokratis (3), Sven Bender (3), Schmelzer (3) - Gündogan (2,5) - Castro (1,5), Kagawa (3) - Reus (2), Mkhitaryan (1,5) - Aubameyang (2,5)

Tyton (4) - Schwaab (5), Baumgartl (4,5), Niedermeier (4,5), Insua (5,5) - Rupp (3), Gentner (3,5) - Maxim (4,5), Didavi (3,5), Kostic (4) - Werner (4,5)

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