Bayern-Trainer Louis van Gaal sucht nach Erklärungen für die desolate Vorstellung seines Teams in Köln.
Bayern-Trainer Louis van Gaal sucht nach Erklärungen für die desolate Vorstellung seines Teams in Köln.

Bayern-Trainer Louis van Gaal sucht nach Erklärungen für die desolate Vorstellung seines Teams in Köln.

dpa

Bayern-Trainer Louis van Gaal sucht nach Erklärungen für die desolate Vorstellung seines Teams in Köln.

München (dpa) - Spieler und Trainer ratlos, die Vorstandsriege einmal mehr total bedient: Nach nur vier Rückrunden-Spieltagen ist die erhoffte Aufbruchstimmung beim deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München schon wieder Schnee von gestern.

«Noch so ein Spiel können wir uns nicht erlauben», erkannte Kapitän Philipp Lahm nach dem peinlichen 2:3 beim 1. FC Köln den Ernst der Lage - und verabschiedete sich erst einmal zur Nationalmannschaft.

Die Mienen nach dem Tiefschlag von Köln sprachen Bände - und lassen ein unruhiges Frühjahr beim im Kampf um den Bundesliga-Titel mit 15 Punkten weit abgeschlagenen Noch-Meister erwarten. In nur 19 Minuten war das Star-Ensemble von der Isar vom biederen Kölner Team entzaubert und trotz einer 2:0-Halbzeitführung noch auf die Verliererstraße geschickt worden. «Man muss der Mannschaft einmal klar sagen, dass ein Spiel 90 Minuten dauert und nicht 45», schimpfte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Dass dies gegen den Coach ging, wusste auch van Gaal. Wie versteinert verharrte der glücklose Coach nach der Pleite minutenlang allein auf der Bayern-Bank. «Ich bin böse, enttäuscht und erstaunt», bekannte der Niederländer nach der Schmach. «Wahrscheinlich war es auch ein Fehler von mir. Ich muss mich selbst zu meiner Halbzeitbesprechung befragen. Vielleicht war ich da zu souverän, das war vielleicht nicht gut.»

Was alles wieder einmal nicht gut war, rechneten die Münchner Zeitungen nach der neuen Pleite fast schon genüsslich vor. Die Innenverteidigung um Holger Badstuber sei eine Baustelle, dem Team fehle ein Leitwolf wie einst Stefan Effenberg oder dem gerade erst abgewanderten Mark van Bommel. Von der gewohnten Bayern-Dominanz folglich keine Spur: «Mia san deppert», befand die «Abendzeitung». Einen «Dilettanten-Stadl» machte die «tz» aus.

«Geduld und Gelassenheit» hatte Rummenigge noch vor wenigen Tagen angesichts immer neuer Misstöne zwischen van Gaal, Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Christian Nerlinger angemahnt. Nach dem blamablen Auftritt in Köln schien aber auch seine Geduld am Ende: «Die müssen sich ja totlachen mittlerweile», klagte der Vorstandschef mit Blick auf Spitzenreiter Borussia Dortmund - und erinnerte unmissverständlich: «Mit einem Sieg wären wir Zweiter gewesen. Und das ist das Mindestziel beim FC Bayern.»

Nur mit einem Rumpfteam von gerade sieben Spielern konnte Trainer van Gaal am Montag die Vorbereitung des Tabellenfünften auf das nächste Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim angehen - für ihn möglicherweise das wohl wichtigste seiner bisherigen Amtszeit beim FC Bayern. Eine weitere Pleite darf sich van Gaals FC Bayern nicht erlauben.

Wie hatte Präsident Hoeneß noch vor gut zwei Wochen erklärt? «Am 1. Januar hat beim FC Bayern die Wahrheit dieser Saison begonnen.» Das Szenario für ein mögliches Eingreifen im Fall der Fälle lieferte Hoeneß vorsorglich gleich mit. «Wenn ich spüre, dass die Champions-League-Qualifikation in Gefahr ist. Dann werde ich unruhig, das war ja auch bei Klinsmann so.»

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