Die Kultsendung der ARD feiert morgen ihren 50. Geburtstag. Schon in der Gründerzeit schalteten 15 Millionen ein.

Düsseldorf. Die schlimmste Phase der Sportschau war die Zeit nach 1992. Sportreporter der ARD meldeten sich zu stehenden Bildern aus leeren Fußballstadien. Der Privatsender Sat.1 hatte sich die Übertragungsrechte gesichert, Bundesliga-Fußball wurde bis 2003 nur bei den Privaten gespielt. „Das war, als wenn dir einer das Herz herausreißt“, sagt Ernst Huberty, neben Günter Siefarth und Addi Furler der Mann der ersten Stunde in der Sportschau der ARD. Morgen feiert die Kultsendung ihren 50. Geburtstag.

Siefarth ging in die Wissenschaftsredaktion, übertrug die erste Mondlandung. Und Dieter Adler (auf dem Foto links neben Huberty und Furler) vervollständigte das Team. Seitenwagenrennen, Feldhandball, Rudern, Leichtathletik, Schwimmen und Galopp waren die Themen. Nach dem Startschuss am 4. Juni 1961 gab es acht Wochen lang keinen Fußball in der Sportschau. „Kult wurde die Sportschau erst mit der Einführung der Fußball-Bundesliga 1963“, sagt Huberty. Aber der Deutsche Fußball-Bund erlaubte nicht mehr als Bilder von zwei Spielen. Weil die Funktionäre in Frankfurt fürchteten, die Fernsehbilder würden die Fans vom Stadionbesuch abhalten. Welch ein Irrtum. Nachfolger von Huberty war Heribert („Guten Abend allerseits“) Faßbender. „Wir Moderatoren störten doch nur, um 18 Uhr wollten die Leute Fußball sehen“, sagt Faßbender. Anders als beim Aktuellen Sportstudio des ZDF. Faßbender: „Plaudern und unterhalten, das erwartete keiner von uns.“

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