DFL-Geschäftsführer Christian Seifert verkündete neue Rekordzahlen. Foto: Frank Rumpenhorst
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert verkündete neue Rekordzahlen. Foto: Frank Rumpenhorst

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert verkündete neue Rekordzahlen. Foto: Frank Rumpenhorst

dpa

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert verkündete neue Rekordzahlen. Foto: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main (dpa) - Boomliga Bundesliga: Das Fußball-Oberhaus lag in der vergangenen Saison 2010/2011 wirtschaftlich wieder auf Rekordkurs. Die 18 Profivereine haben mit einem Umsatz von 1,94 Milliarden Euro zum siebten Mal in Serie für eine Bestmarke gesorgt.

Diese Zahlen gab Christian Seifert in Frankfurt/Main bekannt. «Es spricht einiges dafür, dass die Bundesliga in Richtung 2-Milliarden-Grenze geht», sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL) bei der Vorstellung des Bundesliga-Reports. Zudem kamen so viele Zuschauer wie noch nie in die Stadien.

42 101 Fans wollten in der abgelaufenen Saison im Schnitt die Partien sehen - der siebte Zuschauerrekord in den vergangenen zehn Jahren und weltweiter Spitzenwert im Fußball. Nur die amerikanische Liga im American Football (NFL) liegt mit 66 960 Besuchern darüber.

Sorgenkind der DFL bleibt das Unterhaus. «Grundsätzlich ist die 2. Liga aus wirtschaftlicher Sicht eine Baustelle», sagte Seifert. Die Spielklasse verringerte zwar ihren Verlust von 25,4 Millionen Euro in der Saison 2009/2010 auf jetzt 18,9 Millionen Euro, doch nur acht von 18 Clubs weisen einen Gewinn auf. Die Verbindlichkeiten sind um 28 Prozent auf 163,5 Millionen Euro gewachsen - bei schrumpfendem Eigenkapital.

«Das ist keine gute Entwicklung», sagte Seifert. «Das muss den Ligaverband in nächster Zeit beschäftigen.» Möglicherweise seien die Belastungen durch die Stadieninfrastruktur zu hoch. Dabei ist diese Spielklasse von der Finanzkraft her die siebtgrößte Liga überhaupt im europäischen Fußball.

Nachdem die 18 Erstliga-Vereine in der Saison 2009/2010 noch einen Verlust von 78 Millionen Euro verzeichnen mussten, erwirtschafteten sie in der vergangenen Spielzeit einen Gewinn von 52,5 Millionen Euro. Zudem verringerten sie ihre Schulden um 7,9 Prozent auf 593,8 Millionen Euro. Dies ist nach Angaben Seiferts vor allem auf die verstärkte Kostenkontrolle zurückzuführen.

«Der Profifußball hat damit weiter gute Aussichten, eine Erfolgsgeschichte zu bleiben, zumal die Bundesliga bei Fans, Sponsoren und Medienpartnern so populär ist wie nie», sagte der DFL-Chef. Finanzkräftiger sei nur die englische Premier League.

Die Vereine gaben insgesamt 780 Millionen Euro an Gehältern aus für etwa 500 Spieler. «Wenn sich ein Profispieler nach fünf Jahren zurückzieht, sollte er soviel verdient haben, dass er nicht ins Dschungelcamp muss», meinte Seifert mit ironischem Lächeln: Ein kleiner Seitenhieb auch an den früheren Torjäger Ailton, der derzeit unter ekligen Bedingungen in Australien vor den Kameras steht. Dabei verdienen die Erstliga-Akteure im Schnitt 1,6 Millionen pro Saison.

Der Umsatz wurde im Oberhaus um 10 Prozent gesteigert. Alle 36 Clubs der ersten und zweiten Liga zusammen erwirtschafteten 2,23 Milliarden Euro. Fast verdoppelt haben sich die Transferumsätze auf 195,5 Millionen Euro. Seifert verwies jedoch darauf, dass in diesen Zeitraum große Wechsel fielen wie von Edin Dzeko (vom VfL Wolfsburg zu Manchester United), Mesut Özil (Werder Bremen zu Real Madrid) und Sami Khedira (VfB Stuttgart zu Real).

Seifert betonte bei der Erfolgsbilanz und auch vor dem Hintergrund, dass immer wieder Forderungen laut werden, der Fußball möge sich an Polizeieinsätzen beteiligen: «Wir haben noch nie so viel an Steuern und Abgaben bezahlt.» 718 Millionen Euro nämlich, dazu verweist die DFL auf 14 000 Arbeitsverhältnisse hierzulande rund um das runde Leder. Nicht nur mit rosaroten Bilanzzahlen, sondern auch mit «Umfeldphänomenen» (Seifert) muss sich die erfolgsverwöhnte Liga in naher Zukunft beschäftigen. Seifert nannte hier in erster Linie die Diskussion um die Gewalt in und rund um die Stadien.

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