Düsseldorf (dpa) - Sie waren lange Aushängeschilder ihrer Vereine, doch am Samstag müssen sich die Fans von prominenten Bundesliga-Gesichtern verabschieden.

Einige wie BVB-Profi Sebastian Kehl und Bayer-Ikone Simon Rolfes gehen in den Fußball-Ruhestand. Andere haben bei ihren Clubs keine Zukunft mehr. Die Deutsche Presse-Agentur listet die prominentesten Fälle auf.

SEBASTIAN KEHL (Borussia Dortmund): Für den langjährigen BVB-Kapitän fällt der Vorhang endgültig erst am 30. Mai. Dann will Kehl noch einmal den DFB-Pokal in die Höhe stemmen. «Dass die Saison am Ende noch so ein Drehbuch für mich schreibt mit einem tollen Finale in Berlin - schöner kann man Abschied nicht feiern», sagt der 35-Jährige. Emotional dürfte es für ihn nach 13,5 Jahren in Dortmund und den ebenfalls scheidenden Trainer Jürgen Klopp schon am Samstag werden. Dann laufen beide zum Heimspiel gegen Bremen zum letzten Mal in den schwarz-gelben Fußball-Tempel ein.

SIMON ROLFES (Bayer Leverkusen): Auf eine großartige Laufbahn blickt auch Rolfes zurück. Mit 33 Jahren ist er schon eine Bayer-Ikone. Als der Kapitän und Musterprofi nach einem Jahrzehnt gegen Hoffenheim sein letztes Heimspiel absolviert hatte, erhoben sich alle Zuschauer im Stadion. Doch anders als bei vielen Weggefährten ließ Rolfes keine Wehmut zu, zumal er den Zeitpunkt seines Abtrittes selbst gewählt hat. «Ich bin nicht traurig, das war alles so gewollt. Ich bin sehr dankbar für diese Karriere und diese positiven Momente hier.»

NICOLCE NOVESKI (FSV Mainz 05): Anders als bei Rolfes sind bei Nicolce Noveski reichlich Tränen geflossen. Der eisenharte Verteidiger aus Mazedonien wurde nach dem Mainzer Heimspiel gegen Köln ebenfalls schon offiziell von seinem Club verabschiedet. Obwohl der 36-Jährige gern noch ein Jahr geblieben wäre, wollte Mainz nun den Umbruch. «Ich werde alles hier sehr vermissen», gestand der FSV-Rekordspieler (255 Bundesligapartien), der sich elf Jahre lang voll und ganz mit den Rheinhessen identifizierte. «Manchmal trennen sich die Wege, aber niemals die Herzen», gab Clubchef Harald Strutz dem künftigen 05-Ehrenspielführer mit auf den Weg.

CLAUDIO PIZARRO (Bayern München): Auch der erfolgreichste Ausländer der Bundesliga-Historie steht vor dem Abschied. Der Vertrag des einstigen Stürmerstars beim FC Bayern läuft aus. Zwar wurde «Pizza» zuletzt von vielen Blessuren ausgebremst und brachte es in dieser Saison nur noch auf 16 Pflichtspieleinsätze. Doch viele der insgesamt 176 Bundesliga-Tore, die Claudio Pizarro für Bremen und München in 16 Jahren schoss, bleiben in Erinnerung. Kein ausländischer Profi hat mehr Spiele (382) in der deutschen Eliteklasse bestritten oder mehr Treffer als der 36 Jahre alte Peruaner erzielt.

RAFAEL VAN DER VAART (Hamburger SV): Einst war der Niederländer der gefeierte Heilsbringer beim HSV. Doch mit dem Niedergang des Bundesliga-Dinos ging auch der Stern des Spielmachers und Kapitäns unter. Da der 32-Jährige sich beim 1:2 in Stuttgart wegen Meckerns die zehnte Gelbe Karte abholte, ist er im Abstiegsfinale gegen Schalke 04 am Samstag gesperrt. Van der Vaart würde wohl nur dann nochmal das Raute-Trikot tragen, wenn die Hanseaten die Relegation erreichen.

KEVIN-PRINCE BOATENG (FC Schalke 04): Auch die Uhr des «Prinzen» ist abgelaufen. Für einige ist Kevin-Prince Boateng mitverantwortlich für die verkorkste Schalke-Saison, anderen sehen ihn nur als Sündenbock der Clubführung. Fest steht: Wie Sidney Sam wurde der Ghanaer nach dem blamablen 0:2 in Köln von Manager Horst Heldt freigestellt. Trotz Vertrags bis 2017 wird der immer wieder von Verletzungen geplagte Boateng kein Spiel mehr für den Revierclub bestreiten. Es wird wohl eine teure Trennung, denn vertragswidriges Verhalten ist dem vor zwei Jahren mit großen Erwartungen vom AC Mailand verpflichteten Profi wohl nicht vorzuwerfen. Dass Boateng bei einem anderen Bundesligisten anheuert, ist kaum vorstellbar.

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