Strippenzieher
Bruno Hübner wirkt als Sportdirektor von Eintracht Frankfurt mehr im Hintergrund. Foto: Arne Dedert

Bruno Hübner wirkt als Sportdirektor von Eintracht Frankfurt mehr im Hintergrund. Foto: Arne Dedert

dpa

Bruno Hübner wirkt als Sportdirektor von Eintracht Frankfurt mehr im Hintergrund. Foto: Arne Dedert

Frankfurt/Main (dpa) - Die Art und Weise, wie die Verlängerung seines Vertrages bekanntgegeben wurde, passte zum bisherigen Wirken von Bruno Hübner bei Eintracht Frankfurt.

Die Schlagzeilen gehörten am Tag danach nicht dem Sportdirektor, sondern der schweren Verletzung von Sebastian Rode und dem nächsten Europapokal-Abenteuer der Eintracht gegen den FC Porto. Doch Hübner kann damit gut leben, er braucht das Rampenlicht nicht so sehr wie viele andere in der oft so überhitzten Fußball-Branche.

«Es waren sehr unaufgeregte Gespräche», beschrieb Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen die Verhandlungen mit dem 53-Jährigen, die schließlich erwartungsgemäß in einer weiteren Zusammenarbeit bis zum 30. Juni 2016 mündeten. So zurückhaltend der Ex-Profi im täglichen Geschäft auftritt, so wenig aufsehenerregend ging auch die Personalie über die Bühne, für die sie in anderen Clubs das beste Hotel der Stadt gebucht hätten.

Dabei hätte Hübner etwas mehr Tamtam durchaus verdient gehabt, schließlich hat er in seinen nun fast drei Jahren am Main einiges bewirkt. Als er im Mai 2011 aus Duisburg kam, war die Eintracht unter Christoph Daum mit viel Getöse gerade aus der Bundesliga abgestiegen. Der stolze Traditionsclub aus der Bankenmetropole lag völlig am Boden.

Doch innerhalb von zwei Jahren ist es Hübner in Zusammenarbeit mit Trainer Armin Veh nicht nur gelungen, den Club zurück in die Belétage des deutschen Fußballs zu führen. Die Eintracht spielt in dieser Saison erstmals seit der Spielzeit 2006/2007 sogar wieder international. «Wir haben den Umbruch eingeleitet, den Verein aus seiner Starre befreit und den Wiederaufstieg souverän gemeistert», analysierte der Mann mit den pechschwarzen Haaren die damalige Lage.

Der Erfolg stellte sich vor allem auch deshalb ein, weil Hübner mit seinen Transfers meist goldrichtig lag. Das Fachmagazin «Kicker» kürte ihn einst sogar zum «Transferkönig» der Liga, weil er überaus erfolgreich gleich zweimal nacheinander eine komplette Kader-Renovierung bewerkstelligte.

«Die Anzahl der Transfers sagt eigentlich wenig über die Qualität eines Sportmanagers aus», sagte Hübner. Richtig, auf die Qualität der Spieler und das sinnvolle Ausschöpfen der eigenen Ressourcen kommt es an und da zählt der ehemalige Profi des 1. FC Kaiserslautern zu den Besten seiner Zunft. «Wir hoffen, dass er auch in den kommenden Jahren so erfolgreich weiter arbeitet, wie er es in den vergangenen Jahren getan hat», sagte Bruchhagen bei der Vertragsverlängerung am Mittwoch.

Arbeit genug wartet auf den Vater dreier Söhne, die ebenfalls im Fußball aktiv sind. Florian Hübner spielt beim SV Sandhausen ebenso in der Zweiten Liga wie Benjamin Hübner, der beim VfR Aalen unter Vertrag steht. Der dritte Sohn Christopher ist beim SV Wiesbaden im Amateurbereich aktiv.

Für Bruno Hübner geht es nach der eigenen Vertragsverlängerung jetzt vor allem darum, den Kontrakt mit Trainer Veh zu verlängern. Zudem laufen die Kontrakte zahlreicher Leistungsträger wie Torjäger Alexander Meier aus. «Wir haben viel Arbeit vor uns, es macht aber viel Spaß», sagte Hübner, ehe er den Presseraum - wie es seinem Wirken am Main entspricht - durch die Hintertür verließ.

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