Bremen (dpa) - Bei dem schweren Unfall mit zahlreichen Verletzten im Bremer Weserstadion im vergangenen September handelt es sich nicht um fahrlässige Körperverletzung. Das entsprechende Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wurde eingestellt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Bremen mit.

Das Verfahren war nach dem Fußball-Bundesligaderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV (3:2) am 25. September 2010 eingeleitet worden. Nach dem Spiel war es im Gästebereich des im Umbau befindlichen Stadions zu einem Gedränge und vielen Stürzen gekommen. Dabei hatten sich knapp 30 Menschen, darunter 17 Polizisten, teilweise schwer verletzt. Ein HSV-Fan lag gar im künstlichen Koma.

Der Unfall war passiert, weil die Polizei den HSV-Block abgesperrt hatte, um ein Zusammentreffen mit den Werder-Fans zu verhindern. Dem Druck der Fans hielt die Absperrung jedoch nicht stand. Auf der dahinter liegenden Treppe stürzten Fans und Polizisten übereinander. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sei dies «nicht vorhersehbar und auch nicht vermeidbar» gewesen.

Ein veröffentlichtes Gutachten des Panikforschers Michael Schreckenberg mahnt aber zu deutlichen Verbesserung bei der derzeit praktizierten Trennung der Heim- und Gästefans. Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen rät jedoch unter anderem dazu, Fans bei einer Blocksperre zumindest bis zu den Stadiontoren zu lassen. Beim Vorfall im September wurden die HSV-Fans im Oberrang festgehalten.

Bremens Innen- und Sportsenator Ulrich Mäurer, der zusammen mit Werders Geschäftsführung das Gutachten in Auftrag gegeben hatte, wies am Donnerstag auf die bereits optimierten Kommunikationswege hin. «Die im September nach besten Wissen und Gewissen durchgeführten Maßnahmen wird es so nicht mehr geben», sagte Mäurer. Eine strikte Blocksperre soll es auch bei sogenannten Risikospielen künftig nicht mehr geben.

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