Karim Bellarabi bringt die Offensive von Eintracht Braunschweig voran. Foto: Peter Steffen
Karim Bellarabi bringt die Offensive von Eintracht Braunschweig voran. Foto: Peter Steffen

Karim Bellarabi bringt die Offensive von Eintracht Braunschweig voran. Foto: Peter Steffen

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Karim Bellarabi bringt die Offensive von Eintracht Braunschweig voran. Foto: Peter Steffen

Braunschweig (dpa) - Ohne ihn war die Offensive von Eintracht Braunschweig nur ein laues Lüftchen. Mit der Rückkehr von Karim Bellarabi aber ist der Bundesliga-Aufsteiger zumindest wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

«Mit seinem Spielwitz ist es für jede Abwehr eine große Herausforderung gegen ihn zu spielen», beschrieb Eintracht-Trainer Thorsten Lieberknecht seinen Wunsch-Fußballspieler.

Bellarabi ist ausgeliehen von Bayer Leverkusen. Und das machte sich bereits bezahlt. Am ersten Bundesliga-Sieg seit dem Wiederaufstieg war der gebürtige Berliner maßgeblich beteiligt. Im Derby beim VfL Wolfsburg erzielte der Profi die 1:0-Führung und leitete auch den 2:0-Endstand ein. «Er hilft uns sehr», sagte Lieberknecht nicht ohne Grund.

Allerdings sieht der Braunschweiger Coach noch durchaus Entwicklungspotenzial beim Flügelflitzer. «Wenn er lernt, in der Defensive noch besser zu arbeiten, wäre sein Wert für die Mannschaft noch größer als sie ohnehin schon ist», meinte der 40-Jährige. «In der Defensive hat er noch eine Menge Luft nach oben.»

Wenn es einer wissen muss, dann ist es Lieberknecht. Denn unter dem Fußball-Lehrer kam Bellarabi zur Spielzeit 2010/11 aus der zweiten Mannschaft von Eintracht Braunschweig zu den Profis, die damals in der 3. Liga dümpelte. Am Saison-Ende stiegen die Niedersachsen souverän in die 2. Liga auf, der Rechtsfuß hatte mit acht Toren und 16 Vorlagen einen großen Anteil am Erfolg.

Doch mit den Toren kamen auch die Probleme. Bellarabi kam mehrmals verspätet zum Training und wurde daraufhin vom Eintracht-Trainer suspendiert. «Das würde mir heute definitiv nicht mehr passieren», erklärte der Spieler. «Das war damals meine Lernphase, ich war jung. Im Profi-Fußball war alles neu für mich, dann passiert halt auch mal Blödsinn.»

Erst eine hartnäckige Schambeinentzündung, die Bellarabi von Oktober 2012 an rund ein dreiviertel Jahr außer Gefecht setzte, zeigte Wirkung. «Durch die Verletzung habe ich gelernt, dass man als Profi 100 Prozent für den Fußball leben muss, dass 95 Prozent nicht ausreichen», erklärte der Braunschweiger und ergänzte: «Man muss früh schlafen gehen, sich gut ernähren. Das ist alles ganz wichtig, sonst hat man keine Chance.»

Wenig Chancen hätte Bellarabi wohl auch im Champions-League-Kader von Bayer Leverkusen. Daher hat sich das Leihgeschäft bereits jetzt schon gelohnt. Bei den Braunschweigern ist er einer der wenigen Spieler mit gehobenem Bundesliga-Format, Leverkusen bekommt im Sommer 2014 einen Top-Spieler wieder zurück.

Bayer-Sportchef Rudi Völler machte vor kurzem deutlich, dass es für die Eintracht keine Möglichkeit geben wird, den Deutsch-Marokkaner fest zu verpflichten. «Es war für uns immer klar, dass wir ihn nicht verkaufen und damit komplett abgeben. Das stand nie zur Diskussion. Dass wir ihn zurückholen können, war eine Grundvoraussetzung dafür, ihn abzugeben», sagte Völler der «Sport Bild».

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