Karim Bellarabi (l)
Karim Bellarabi (l) und Chicharito von Leverkusen spielen den Ball. Foto: Stefan Puchner

Karim Bellarabi (l) und Chicharito von Leverkusen spielen den Ball. Foto: Stefan Puchner

dpa

Karim Bellarabi (l) und Chicharito von Leverkusen spielen den Ball. Foto: Stefan Puchner

Augsburg (dpa) - Nach dem Aufschwung in der Bundesliga will Bayer Leverkusen nun bei der Champions-League-Kraftprobe gegen Atlético Madrid die Muskeln spielen lassen.

«Wir sind selbstbewusst und wollen am Dienstag richtig Gas geben», kündigte Nationalspieler Karim Bellarabi an, der mit seinem Führungstreffer beim 3:1 gegen den FC Augsburg das 50 000. Tor in der Bundesliga-Historie erzielte. «Es wird ein richtig hartes Spiel und wir freuen uns schon darauf. Wir wollen alles rausholen.»

Die Rheinländer haben mit ihrem zweiten Dreier nacheinander den Stimmungsumschwung geschafft und die Position des viel gescholtenen Trainers Roger Schmidt gestärkt. Der 49-Jährige konnte sich am Freitag auch ein hochzufriedenes Lächeln leisten und mit Zuversicht auf den Festakt gegen den Vorjahresfinalisten Atlético blicken. «Jetzt freuen wir uns umso mehr auf die Champions League.»

Der Tabellenvierte der Primera División soll die Wucht der Leverkusener Prachtoffensive zu spüren bekommen. Auf der Spielwiese in Augsburg tobten sich Bellarabi, Julian Brandt, Doppeltorschütze Javier «Chicharito» Hernandez und Youngster Kai Havertz so richtig aus. Gaben sie richtig Gas, verkam die Defensive der Fuggerstädter zu einer Ansammlung von Statisten.

Vor allem Bellarabi kommt immer besser in Form. «Ich glaube, dass er immer noch nicht der Karim Bellarabi ist, den wir von vor seiner Verletzung kennen. Er kommt aber Spiel für Spiel dahin», sagte Sportchef Rudi Völler.

Mehr als vier Monate hatte der 26-Jährige wegen eines Sehnenrisses im Adduktorenbereich pausieren müssen, allmählich kommt er wieder auf Touren. «Ich freue mich, dass ich meine alte Fitness bekomme und wir wieder punkten und es langsam nach vorne geht», sagte Bellarabi.

Ein Fußball-Juwel ist Havertz, der für das 1:0 und 3:1 die Vorlagen lieferte. «Im Moment schwebt er auf einer kleinen Wolke», sagte Völler über den 17-Jährigen und verglich ihn vom Spieltypus mit Mesut Özil. Da sei «dieses Selbstverständliche, den Ball zu streicheln, einfache Dinge in voller Gelassenheit vorzubereiten», beschrieb Völler seine Klasse. «Er hat eine Gabe mit seinem linken Füßchen, er hat eine Ballbehandlung, die ist sensationell.»

Schmidt ist auf seine Entdeckung stolz. «Er ist ein technisch sehr versierter Spieler, sehr schnell im Kopf, handlungsschnell», lobte der Bayer-Coach die Qualitäten von Havertz. «Es ist für uns alle überraschend, dass er so schnell Fuß fasst.»

Auf Stabilität sind die Leverkusener in der Defensive angewiesen. Ohne den gesperrten Ömer Toprak leistete sich die Innenverteidigung von Bayer teilweise haarsträubende Stellungsfehler. Ein Madrilene wie Antoine Griezmann wird solche Patzer kaltblütiger bestrafen als ein Augsburger. «Nach vorne genauso spielen, hinten nicht so viel zulassen», beschrieb Völler die Marschroute. «Atlético wird die Dinger reinmachen, da müssen wir ein bisschen aufpassen.»

Mut macht den Leverkusenern das Kräftemessen vor zwei Jahren mit den Spaniern. Damals traf Bayer ebenfalls im Achtelfinale auf die giftige und robuste Mannschaft von Trainer Diego Simeone und schied erst nach dem Elfmeterschießen des Rückspiels aus. «Wir haben schon vor zwei Jahren gezeigt, dass wir gegen sie bestehen können», erinnerte Völler, «wir werden es diesmal auch versuchen.»

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer