Buhmann
Der Hamburger Kapitän Heiko Westermann (l), hier im Zweikampf mit Valencias Roberto Soldado, wurde gnadenlos ausgepfiffen.

Der Hamburger Kapitän Heiko Westermann (l), hier im Zweikampf mit Valencias Roberto Soldado, wurde gnadenlos ausgepfiffen.

dpa

Der Hamburger Kapitän Heiko Westermann (l), hier im Zweikampf mit Valencias Roberto Soldado, wurde gnadenlos ausgepfiffen.

Hamburg (dpa) - Heiko Westermann bekam den geballten Frust der Hamburger Fußballfans ab: Bei jedem Ballkontakt wurde der alte und neue Kapitän in der zweiten Halbzeit beim Test gegen den FC Valencia ausgepfiffen.

Wie schon beim knappen Pokalsieg gegen den VfB Oldenburg gab der Innenverteidiger mit seinem neuen Nebenmann Michael Mancienne vom FC Chelsea beim 1:2 (0:1) gegen den Champions-League-Teilnehmer ein trauriges Bild ab. Zu weit weg vom Mann und nicht spritzig genug präsentierte sich die Abwehr drei Tage vor dem Bundesliga-Auftakt am 5. August bei Borussia Dortmund.

«Wir müssen uns im Defensivverhalten steigern», gab Trainer Michael Oenning unumwunden zu. Man wisse um die Schwierigkeiten: «Wir haben Phasen, wo wir sagen, das geht so nicht, klar. Aber ebenso haben wir unsere Chancen, da ist schon Esprit in der Mannschaft». Das gilt allerdings nur für die Offensive.

Westermann war enttäuscht von der Leistung, aber auch vom Verhalten eines Großteils der fast 34 000 Zuschauer: «Ich finde es nicht in Ordnung, wenn man im wichtigsten Vorbereitungsspiel ausgepfiffen wird. Auch die Fans sollten sich hinterfragen.» Mit Stolz nahm er vor der Partie zur Kenntnis, dass Oenning auch im zweiten Jahr beim HSV auf ihn als Mannschaftsführer vertraut. Führen konnte er die deutlich verjüngte Elf allerdings nicht, so viel hatte er mit sich zu tun. «Die Abwehr hat nicht kompakt gestanden, das haben wir nicht gut gemacht», räumte der 27-Jährige ein.

«Ich bin immer positiv gestimmt, aber es wird eine schwierige Saison», warnte auch Uwe Seeler im Stadion. «Das Anfangsprogramm ist schon hart. Ich hoffe, wir gewinnen die Heimspiele». Nach der Partie in Dortmund muss der HSV zu den Bayern und Bremern reisen, dazwischen kommen Hertha und Köln an die Elbe. Man dürfe aber keinen Druck ausüben: «Wenn die jungen Leute marschieren und Freude machen, bin ich mit einem Mittelfeldplatz zufrieden.»

Für frischen Wind zumindest in den letzten zehn Minuten gegen Valencia sorgte Paolo Guerrero, der als Torschützenkönig von der Copa America (fünf Treffer) zurückkehrt. «Man sieht, dass Paolo den Rückenwind der Copa mitgenommen hat», sagte Oenning, der den peruanischen Stürmer gern behalten würde. Stammkraft Mladen Petric ist noch nicht ganz fit, Rückkehrer Marcus Berg muss sich nach einer Hüftoperation wieder herankämpfen, und Son Heung Min soll nicht zu sehr unter Druck gesetzt werden.

Dennoch wäre der HSV-Vorstand nicht abgeneigt, Großverdiener (mehr als vier Millionen Euro Jahresgehalt) Guerrero von der Gehaltsliste zu streichen. «Ich konzentriere mich voll auf den HSV, hier bin ich glücklich», sagte der Südamerikaner, der bei einem Wechsel keine Abstriche beim Gehalt machen will.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer