Jupp Heynckes leitet das Training des FC Bayern München in Katar. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Jupp Heynckes leitet das Training des FC Bayern München in Katar. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Jupp Heynckes leitet das Training des FC Bayern München in Katar. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

dpa

Jupp Heynckes leitet das Training des FC Bayern München in Katar. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Doha (dpa) - Vom Winter in die Sonne: Im über 20 Grad warmen Emirat Katar lässt Trainer Jupp Heynckes die Bayern-Stars für den großen Titelangriff 2012 schwitzen.

Der Herbstmeister startete als erster Fußball-Bundesligist in die Vorbereitung auf die Rückrunde, die er auch als letzter Club am 19. Mai mit dem größtmöglichen Triumph abschließen will. Das verkündete Rückkehrer Bastian Schweinsteiger bei der Abreise ins Trainingslager: «In einem Jahr, wo man das Champions-League-Finale in München hat, sollte man auch das Ziel haben, dahin zu kommen. Von daher hat die Champions League ein bisschen mehr Priorität als die Meisterschaft.»

Der Nationalspieler stieg besonders motiviert in den Charterflieger nach Doha. Die Rückkehr des Mittelfeldchefs sehnt nicht nur Trainer Jupp Heynckes herbei. Nach seinem Schlüsselbeinbruch vor zwei Monaten will Schweinsteiger aber im Trainingslager nicht zu ungestüm zu Werke gehen. «Ich muss mich ein bisschen rantasten. Ganz schwere Sachen rumzuwerfen, klappt noch nicht so gut», berichtete der 27-Jährige. Inklusive Europameisterschaft im Sommer sind für ihn vier Titel drin: «Wir haben natürlich viele Wünsche, aber man muss sie auch umsetzen.»

Die Ausgangsposition der Münchner ist ideal: Heynckes steht im Aspire-Trainingskomplex der komplette Kader zur Verfügung. Zwei Trainingseinheiten täglich hat der 66-Jährige eingeplant. Dazu kommen Testspiele am Samstag in Doha gegen Al Ahly Kairo sowie am Dienstag kommender Woche in Delhi gegen das Nationalteam von Indien. «Es ist sehr wichtig, dass man wieder mal richtig trainieren kann», betonte Heynckes. Auch der unter Brandstiftungsverdacht stehende Brasilianer Breno durfte mit an den Persischen Golf reisen.

«Das Wetter in Doha ist perfekt, die Platzverhältnisse waren im letzten Jahr überragend. Dort können wir uns gut vorbereiten auf die Rückrunde», betonte Kapitän Philipp Lahm. Und doch ist beim zweiten Katar-Aufenthalt vieles anders als 2011. Damals lagen die Bayern als Tabellenfünfter 14 Punkte hinter Spitzenreiter Dortmund zurück. Und Trainer Louis van Gaal sorgte mit der Beförderung von Thomas Kraft, der inzwischen für Hertha BSC spielt, zum Torwart Nummer 1 für einen neuen Konflikt. Kapitän Mark van Bommel war missmutig - kurz nach der Rückkehr nach Deutschland wechselte der Anführer zum AC Mailand.

Schnee von gestern. Diesmal ist nicht mit Störfeuern zu rechnen. «Wir sind in allen Wettbewerben noch dabei in diesem Jahr, das ist das Schöne», erklärte Lahm. Auch Präsident Uli Hoeneß genießt den Ist-Zustand kurz vor seinem 60. Geburtstag an diesem Donnerstag: «Es ist Ruhe im Verein, kein Krach, kein Streit, es gibt keine großen Konflikte. Wir haben keine Reibungsverluste innerhalb des Clubs, wir können draußen angreifen.»

Drei Punkte beträgt der Vorsprung auf Titelverteidiger Borussia Dortmund sowie den FC Schalke, der von Mittwoch an ebenfalls in Doha trainieren wird. Vier Punkte zurück lauert Borussia Mönchengladbach, erster Münchner Rückrundengegner am 20. Januar. «Wir müssen jetzt schauen, dass wir eine Grundbasis schaffen und in Doha gut arbeiten. Das ist ganz wichtig, wenn man viele Spiele hat», betonte Schweinsteiger. «In der Rückrunde werden die Preise vergeben. Es ist viel drin», ergänzte Holger Badstuber. Auch der Abwehrspieler dachte am ersten Arbeitstag 2012 schon an den 19. Mai: «Die Champions League wäre ein Riesentitel. Und ich will nicht nur den Titel.»

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer