Bayer-Teamchef
Leverkusens Teamchef Sami Hyypiä hat den Rückhalt von Rudi Völler. Foto: Marius Becker

Leverkusens Teamchef Sami Hyypiä hat den Rückhalt von Rudi Völler. Foto: Marius Becker

dpa

Leverkusens Teamchef Sami Hyypiä hat den Rückhalt von Rudi Völler. Foto: Marius Becker

Leverkusen (dpa) - Das Pilotprojekt bei Bayer Leverkusen mit zwei Verantwortlichen auf der Bank könnte schon am Ende der Fußball-Bundesligasaison ein Auslaufmodell sein.

Nach dem Gerede über die sogenannte «Pärchen-Krise» zwischen Teamchef Sami Hyypiä und Chefcoach Sascha Lewandowski erhielten die Spekulationen über eine Trennung des Trainerpaars nach dem 1:2 gegen Bayern München neue Nahrung. «Sami Hyypiä wird auf jeden Fall nächste Saison bei uns Trainer sein», erklärte Bayer-Sportchef Rudi Völler am Samstag, fügte aber an. «Am liebsten würden wir mit beiden weitermachen.»

Allerdings ist offen, ob der aus der Jugend von heute auf morgen in das Profigeschäft aufgestiegene Lewandowski bei der Stange bleiben will. «Im Grund wären wir froh, wenn es auch mit Sascha weitergeht. Er macht es sensationell», sagte Völler. Der 41 Jahre alte gebürtige Dortmunder, von der Debatte kalt erwischt, zögert, ob er den gemeinsam fixierten Vertrag bis 2015 erfüllen will. «In den letzten Tagen ist ein Bild entstanden, das nicht stimmt und nicht passte», sagte Lewandowski. «Diese Dynamik kannst Du nicht so schnell aufhalten. Da ist es sinnvoll über das Projekt nachzudenken.»

«Nach Ende der Saison werden wir das besprechen», kündigte Völler an und versicherte: «Es gab keinen Stress und keinen Streit, wie es vielleicht rüberkam.» Vielmehr komme Lewandowski aus dem Jugend-Fußball, das sei «sein Fach». Auch der einstige, uneitle A-Jugend-Coach macht keinen Hehl daraus, woran sein Herz hängt. «Es ist kein Geheimnis, dass es mich nie wahnsinnig in den Profibereich gezogen hat», bekannte Lewandowski ehrlich.

In der Nachfolge des erfolglosen Robin Dutt hatten Hyypiä und Lewandowski den Werksclub im Endspurt der vergangenen Saison noch in die Europa League und nun auf den dritten Tabellenrang gehievt. «Wir sind nicht umsonst Dritter, das haben wir den beiden zu verdanken», stellte Völler fest.

Den direkten Einzug in die Champions League möchte er nicht durch weitere Unruhe in der Trainerfrage gefährden. «Das war eine viel kleinere Nummer, als es in der vergangenen Woche rüberkam», sagte Völler deshalb. «Das ist ein wichtiges Thema, und wir nehmen es nicht auf die leichte Schulter.» Nun gelte es jedoch den dritten Platz «mit aller Macht» zu verteidigen.

Die Bayer-Profis hatten sich für eine Weiterbeschäftigung des zunächst nur als Notlösung gedachten Trainerduo stark gemacht und schätzen nach wie vor dessen Arbeit. «Wir arbeiten mit den beiden vertrauensvoll zusammen», sagte Kapitän Simon Rolfes. «Wenn es zwei Chefs gibt, hat jeder eine eigene Meinung. Dass beide sich abstimmen müssen und es nicht ganz konfliktfrei ist, ist okay», meinte er. «Das haben wir mitgetragen. Ich würde auch lieber alleine entscheiden.»

Sollte Sascha Lewandowski wieder in die Jugend zurückkehren, müsste Sami Hyypiä dennoch ein Trainer mit Lizenz zur Seite gestellt werden. Seine Ausbildung ist im Sommer noch nicht abgeschlossen. «Wir arbeiten dran, doch wir wollen nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen», sagte Völler. Noch sei das letzte Wort nicht gesprochen. «Das kriegen wir schon hin.» Keine Option ist für ihn, den Assistenztrainer von Bayern München, Peter Hermann, als Co-Trainer zurückzuholen: «Als Trainer nein!»

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer