Angriffslustig
Bayer-Kapitän Simon Rolfes (r) will mit seinem Team den BVB stoppen.

Bayer-Kapitän Simon Rolfes (r) will mit seinem Team den BVB stoppen.

dpa

Bayer-Kapitän Simon Rolfes (r) will mit seinem Team den BVB stoppen.

Leverkusen (dpa) - Gähnende Langeweile oder neue Spannung im Titelkampf? Aufregender könnte die Rückrunde der Fußball- Bundesliga kaum beginnen. Gleich im ersten Spiel nach der Winterpause steht dem Herbstmeister Borussia Dortmund bei Verfolger Bayer Leverkusen ein vorgezogenes Endspiel bevor.

«Ganz Deutschland drückt uns die Daumen», sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler vor dem prickelnden Jahresauftakt, der für rekordverdächtige TV-Einschaltquoten sorgen könnte.

Die Sorgen vieler Fußball-Fans um ein fades Saisonfinale sind nicht unbegründet: Nie zuvor ging ein Herbstmeister mit einem derart großen Vorsprung in die zweite Saisonhälfte. Sage und schreibe zehn Punkte liegen der Zweite FSV Mainz 05 und der Dritte aus Leverkusen zurück. Setzt der BVB seinen wundersamen Höhenflug auch in der ausverkauften BayArena fort, könnte die von den Konkurrenten angekündigte Aufholjagd schnell wieder abgeblasen werden. «Dann ist das Thema mit dem Titel so gut wie durch», orakelte der genesene Bayer-Edelreservist Michael Ballack.

Inständig hoffen alle Verfolger, dass die Rasselbande aus Dortmund mangels Erfahrung Nerven zeigt und den historischen Vorsprung noch verspielt. Schließlich gab es schon zum Ende der Hinrunde erste Abnutzungserscheinungen: Das unglückliche Aus des BVB in der Europa League und das 0:1 am 17. Bundesliga-Spieltag in Frankfurt werteten die Konkurrenten als ermutigende Signale.

BVB-Coach Jürgen Klopp befürchtet jedoch keine negative Trendwende: «Bedenken, dass es bei uns generell nicht funktionieren könnte, habe ich nicht. Bisher hat mein Team auch in Drucksituationen viel Talent bewiesen.» Ähnlich zuversichtlich sieht Hans-Joachim Watzke der Rückrunde entgegen: «Druck hatten wir 2004 und 2005, als es uns wirtschaftlich sehr schlecht ging. Die Situation jetzt genießen wir», sagte der BVB-Geschäftsführer dem «Kicker».

Alle Beteiligten gehen die schwere Aufgabe in Leverkusen betont gelassen an. «Das wird ein Riesenspaß», sagte Klopp und blieb seiner bisherigen Rolle als Tiefstapler treu: «Wir sind weit davon entfernt, in Leverkusen die Favoritenrolle zu haben. Wir fangen die Rückrunde bei Null an, deshalb treten wir als ganz normaler Bundesligist an.» Klopps Respekt vor dem Gegner kommt nicht von ungefähr. Beim 0:2 am ersten Spieltag vor heimischer Kulisse entpuppten sich die Leverkusener als bessere Mannschaft. «Da haben wir am wenigsten von dem gezeigt, was uns auszeichnet», befand der Fußball-Lehrer.

Zudem muss Klopp auf den für den Asien Cup abgestellten Neuzugang Shinji Kagawa verzichten, der oft für reichlich Spielkultur und Torgefahr gesorgt hatte. Ob der erst vor wenigen Tagen von einer Virusinfektion genesene Lucas Barrios von Beginn an stürmt, ließ Klopp offen. Viel deutet darauf hin, dass Robert Lewandowski im der Startelf steht. Die zuletzt angeschlagenen Mario Götze und Roman Weidenfeller signalisierten Einsatzbereitschaft.

Beim Gastgeber muss sich Rekonvaleszent Ballack voraussichtlich zunächst mit einem Platz auf der Bank begnügen. Seit seiner Fraktur im linken Schienbeinkopf vor vier Monaten hat der einstige Leitwolf der Nationalmannschaft nur beim 45-minütigen Kurzeinsatz im Test gegen Oberhausen Spielpraxis gesammelt. «Es ist wichtig, dass er realistisch ist. Wir haben einen großen Kader und viele gute Spieler», kommentierte Bayer-Coach Jupp Heynckes vielsagend.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Bayer Leverkusen: Adler - Schwaab, Friedrich, Reinartz, Castro - Lars Bender (Vidal), Rolfes - Renato Augusto, Sam - Kießling, Helmes

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sven Bender, Sahin - Blaszczykowski, Götze (Zidan), Großkreutz - Lewandowski

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)

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