BVB-Frust
Auch Dortmunds Ömer Toprak war nach dem 1:1 in Berlin enttäuscht. Foto: Annegret Hilse

Auch Dortmunds Ömer Toprak war nach dem 1:1 in Berlin enttäuscht. Foto: Annegret Hilse

dpa

Auch Dortmunds Ömer Toprak war nach dem 1:1 in Berlin enttäuscht. Foto: Annegret Hilse

Berlin (dpa) - Die Kollegen sind vom endlosen Wirbel um Pierre-Emerick Aubameyang genervt und nur zwei Remis im Jahr 2018 taugen bei Borussia Dortmund auch nicht als Stimmungsaufheller.

Die Unruhe auszublenden, sei schlicht «unmöglich», erklärte Fußball-Weltmeister André Schürrle nach dem 1:1 (0:0) bei Hertha BSC zum Start in den 19. Spieltag Bundesliga-Spieltag zur Lage. «Weil es abseits vom Platz fast nur um ein Thema geht. Deswegen ist es keine einfache Situation.»

Der Abschied Aubameyangs ist nicht beschlossen, aber ein Wechsel des exzentrischen Angreifers zum FC Arsenal rückt näher. Am Tag nach dem BVB-Remis in Berlin gab der englische Club ein Angebot ab. «Ich kann bestätigen, dass es eine erste Anfrage des FC Arsenal wegen Pierre-Emerick Aubameyang gegeben hat. Die Summen, die seit heute Mittag aus England genannt werden, kommentieren wir nicht», sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke den «Ruhr Nachrichten». Zuerst hatte der «Kicker» berichtet, dass ein offizielles Angebot für Aubameyang beim BVB über umgerechnet mehr als 50 Millionen Euro eingegangen sei.

Noch unmittelbar nach dem Spiel in Berlin hatte BVB-Sportdirektor Michael Zorc betont, dass der Abgang des Gabuners noch nicht beschlossen sei: «Wir planen weiter mit Aubameyang.» Und Dortmunds Trainer Stöger wollte seinen treffsichersten Profi ebenfalls nicht ganz abschreiben: «Wenn er im Training gut arbeitet, dann wird er gegen Freiburg auch im Kader sein.»

Denn das Stöger-Team konnte ohne den wechselwilligen Gabuner, der auch in Berlin nicht zum Kader gehörte, erneut nicht mehr als einen Zähler mitnehmen. «Zwei Punkte aus zwei Spielen - das ist überhaupt nicht unser Anspruch», erklärte Schürrle, der Aubameyang gegen Hertha BSC als Sturmspitze ersetzte. «In der ersten Halbzeit war es schwierig. Wir haben nicht optimal umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Die zweite Hälfte war klar besser», meinte BVB-Coach Stöger.

Wie sehr die unklare Situation um den Top-Stürmer den Verein belastet, machte Schürrle deutlich: «Das ist ein großes Thema in der Mannschaft, das ist klar. Das schafft Unruhe und Kopfschütteln in der ganzen Mannschaft. Es ist nicht ganz so einfach, das alles abzuschalten und sich immer wieder nur auf den Fußball zu konzentrieren.»

Da passte es ins Bild, dass nach Abpfiff Fotos auftauchten, die Aubameyang während des BVB-Spiels in Berlin beim Kicken mit Freunden in einer Soccerhalle zeigten, wie die «Bild-Zeitung» berichtete. Der 28-Jährige trug ausgerechnet das BVB-Trikot von Dembélé, der im Sommer seinen Wechsel zum FC Barcelona mit einem Streik erzwungen hatte. «Ich hätte es nicht gemacht, mache ihm da aber keinen Vorwurf», sagte Stöger nach dem Training. «Vielleicht hat er gedacht, er muss ein bisschen mehr machen, weil er heute nicht dabei ist», kommentierte Schürrle den Hallen-Kick des Gabuners.

Die Teamkollegen sind das Thema Aubameyang inzwischen leid. «Noch knapp 12 Tage ist das Transferfenster offen, danach werden wir vielleicht ein bisschen mehr Ruhe haben», meinte Schürrle. Auf ihren sportlich wichtigen Stürmer einzuwirken, hat das Team aufgegeben. «Das haben wir schon oft gemacht. Es gab viele Sitzungen. Wir haben oft mit ihm gesprochen. Er ist ja ein guter Junge, wenn man mit ihm spricht. Es scheint alles okay. Aber was trotzdem in seinem Kopf vorgeht, weiß keiner so genau», berichtete Schürrle.

Hertha berührte die ganze Aufregung um Aubameyang wenig bis gar nicht. «Leider nur ein Punkt», bemerkte Mitchell Weiser und brachte damit den Zwiespalt der Berliner zum Ausdruck. Denn nach 60 starken Minuten und der Führung durch Davie Selke (46. Minute) brachen die Gastgeber förmlich ein. «Trotzdem war es noch möglich, das 2:0 zu machen», bemerkte Trainer Pal Dardai. Nach dem Ausgleich durch Shinji Kagawa (71.) aber hatte Hertha vor 65 893 Zuschauern auch Glück, dass der BVB einige weitere gute Chancen nicht verwertete.

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