Schwierige Aufgabe
Wolfsburgs Manager Klaus Allofs muss den Kader ausdünnen. Foto: Peter Steffen

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs muss den Kader ausdünnen. Foto: Peter Steffen

dpa

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs muss den Kader ausdünnen. Foto: Peter Steffen

Wolfsburg (dpa) - Zum Ende der Winter-Transferfrist herrscht in Wolfsburg traditionell munteres Treiben. Diesmal werden aber nicht wild Spieler geholt. Manager Klaus Allofs muss sich von den Sünden der Vergangenheit befreien. Wegen des hohen Gehaltsniveaus ein schwieriges Unterfangen.

Auf dem Trainingsplatz des VfL Wolfsburg war es am Dienstag etwas leerer als sonst. Das lag zum einen daran, dass Trainer Dieter Hecking in Nürnberg weilte, um seine alte Wohnung aufzulösen. Zum anderen fehlten Srdjan Lakic, Emanuel Pogatetz und Rasmus Jönsson - die sich anderen Clubs angeschlossen haben. Das Trio hat der Fußball-Bundesligist zunächst von der Gehaltsliste.

Allerdings nur vorerst. Die drei Profis wurden wie Amateurkicker Michael Schulze «nur» ausgeliehen: Lakic geht zu Eintracht Frankfurt, Pogatetz zu West Ham United und Jönsson zum FSV Frankfurt. Schulze schloss sich bis zum Saisonende Energie Cottbus an. «Es ist Bewegung drin», frohlockte Allofs, der den aufgeblähten Kader verkleinern soll. Es sollen noch weitere Spieler gehen.

«In der letzten Woche kommt immer sehr viel Bewegung rein. Wir werden einige Dinge intensiv besprechen. Ob es dann am Ende zu einem Transfer oder einer Ausleihe kommt, kann ich jetzt noch nicht sagen», sagte Allofs dem NDR-Fernsehen. Zwei weitere Leihgeschäfte scheiterten bereits: Ferhan Hasani und Yohandry Orozco fanden nicht wie geplant Abnehmer in Kroatien und Spanien.

Trotz der aktuellen Abgänge und der Vertragsauflösung von Hrvoje Cale und der Ausleihe von Felipe Lopes (Stuttgart) zuvor, tummelten sich am Dienstag immer noch knapp 30 Profis auf dem Platz. Heckings Wunsch-Formel 24 (Profis) + 3 (Nachwuchsspieler) nach dem Ende der Wechselfrist am Donnerstag dürfte nur schwer umzusetzen sein.

Das Problem des neuen Managers ist das hohe Gehaltsniveau in Wolfsburg. «Wir wollen die Leute künftig nicht mehr übers Geld zu uns holen», sagte Allofs deswegen. Er wird die «Altlasten» seiner Manager-Vorgänger Felix Magath, Dieter Hoeneß und Armin Veh nicht los. Und wenn, dann nur per Vertragsauflösung oder als Leihgeschäft. Dafür verdienen die oft nur mittelmäßigen Kicker in Wolfsburg einfach zu gut. Spätestens seitdem die VfL-Gehälter bundesweit im «Spiegel» und in der «Sportbild» nachzulesen waren, ist dies mehr als ein Gerücht.

Selbst wenn Allofs bis Donnerstag weitere Abgänge abwickeln kann, bleibt das Problem bestehen. Zusätzlich zum aktuellen Kader haben noch 13 weitere Profis einen Vertrag in Wolfsburg. Mindestens neun davon könnten bereits im Sommer wieder auf der Matte stehen.

Kein Wunder, dass Allofs nun die Maxime ausgibt: «Wir wollen nicht mehr über die Quantität kommen, sondern wir wollen über die Qualität kommen.» Anders als unter Magath und Hoeneß ist es in diesem Winter bei den Neuverpflichtungen ruhig. Lediglich Ivan Perisic vom Meister Borussia Dortmund leistete sich der VW-Club für 7,5 Millionen Euro.

«Ich halte es nicht für unmöglich, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering», sagte Allofs zu möglichen weiteren neuen Spielern. Immerhin: Auch Patrick Helmes dürfte man in der Rückrunde als Zugang ansehen. Nach seinem zweiten Kreuzbandriss im Sommer wird der Torjäger jetzt wieder an den Kader herangeführt. Am Dienstag sollte der Angreifer erstmals wieder voll mit der Mannschaft trainieren.

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