VfL-Coach
Wolfsburgs Coach Steve McClaren steht gleich zum Rückrunden-Start unter Druck.

Wolfsburgs Coach Steve McClaren steht gleich zum Rückrunden-Start unter Druck.

dpa

Wolfsburgs Coach Steve McClaren steht gleich zum Rückrunden-Start unter Druck.

Wolfsburg (dpa) - Drohender Abstiegskampf statt Titelrennen: Ein Jahr nach der Amtsübernahme von Manager Dieter Hoeneß ist beim VfL Wolfsburg vor dem Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga Ernüchterung eingekehrt.

«Was bisher war, war enttäuschend», bekannte Coach Steve McClaren aufgrund der verkorksten VfL-Hinserie. Superstar Edin Dzeko ist für die Rekord-Ablöse von 35 Millionen Euro zu Manchester City geflüchtet. Und den VfL-Fans wird angesichts des Rückrunden-Auftakts gegen Bayern München, beim Tabellenzweiten Mainz sowie gegen Herbstmeister Borussia Dortmund Angst und Bange.

Der auf Platz 13 abgestürzte Ex-Meister steht bei nur vier Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz 16 schon gegen den Rekordmeister am Samstag unter Druck. «Natürlich ist das ein schwieriges Spiel, aber das ist es gegen Bayern ja immer», sagte McClaren. Obwohl der VfL spätestens nach dem Dzeko-Verkauf als Außenseiter in die Partie geht, kann sich der Ex-Meister eine Niederlage gar nicht leisten. «Wir müssen schauen, dass wir uns von da unten weg bewegen», erkannte Hoeneß, der exakt ein Jahr nach seinem Dienstantritt in der VW-Stadt am Samstag wieder auf seinen Ex-Club trifft.

Mutterkonzern Volkswagen hatte die Erwartung an den 58-Jährigen, den schon damals den hohen Ansprüchen hinterherlaufenden VfL dauerhaft in der nationalen Spitze zu etablieren. Inzwischen steht Wolfsburg gar schlechter da. Vor einem Jahr hatte der VfL als Achter noch Chancen auf das internationale Geschäft und war noch im Europacup vertreten. Die eigentlich angestrebte Rückkehr nach Europa scheint aktuell ausgeschlossen. «Bei unserer Punktausbeute macht das Reden übers Saisonziel jetzt einfach keinen Sinn», sagte Hoeneß.

Die im Sommer für knapp 35 Millionen Euro geholten Diego, Simon Kjaer und Mario Mandzukic brachten den VfL bislang kaum weiter. Das immerhin 1,8 Millionen Euro teure Schweizer Talent Nassim Ben Khalifa steht vor dem Absprung nach Nürnberg, ohne bislang eine Minute gespielt zu haben. Der ebenfalls im Sommer verpflichtete McClaren schaffte es nicht, den nur scheinbar verstärkten Kader zum Team zu formen. Gelingt McClaren nicht früh die Wende, steht er vor dem Aus.

Nach dem Pokal-K.o. gegen den Zweitligisten Cottbus zwei Tage vor Weihnachten folgte eine Art Bankrotterklärung von Hoeneß: «Mit dieser Mannschaft ist in ihrer Zusammensetzung kein dauerhafter Erfolg mehr möglich.» Als Reaktion wurden die Ersatzspieler Karim Ziani und Caiuby suspendiert und Torschützenkönig Dzeko verkauft. «Einsatz, Laufleistung, Körpersprache stimmten nicht mehr», befand Hoeneß.

Doch obwohl sich der bisherige Kapitän deutlich hängen ließ, schoss er immerhin noch zehn Tore in der Hinserie. «Natürlich ist der Abgang sportlich ein Verlust. Und natürlich besteht für uns auch ein sportliches Risiko», sagte Hoeneß. Doch so kurios es klingt: Die Verantwortlichen in Wolfsburg versprechen sich vor allem von Dzekos Verkauf eine Art Initialzündung. «Dass Dzeko weg ist, ist ein Zeichen für die Zukunft», sagte McClaren.

«Der Verkauf von Edin ist sicher ein Zeichen für den Umbruch. Aber auf keinen Fall dafür, dass wir die Saison abhaken», meinte Hoeneß, der wie McClaren im Trainingslager in Marbella einen neuen Mannschaftsgeist entdeckt haben will: «Es hat sich eine neue Dynamik innerhalb des Teams entwickelt.»

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