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96-Präsident Martin Kind will eine schnelle Einigung mit Trainer Mirko Slomka.

96-Präsident Martin Kind will eine schnelle Einigung mit Trainer Mirko Slomka.

dpa

96-Präsident Martin Kind will eine schnelle Einigung mit Trainer Mirko Slomka.

Hannover (dpa) - Sportlich ist Hannover 96 so erfolgreich wie noch nie, doch die Stimmung beim Zweiten der Fußball-Bundesliga droht zu kippen. Vereinsboss Martin Kind ist über die verzögerten Vertragsverhandlungen mit Trainer Mirko Slomka zunehmend verärgert.

«Meine Empfehlung ist, es möglichst schnell zu klären, damit diese öffentliche Diskussion aufhört», sagte der Vorstandsvorsitzende am Mittwoch. «Wenn es sich so lange hinauszögert, dann beginnt es, bundesweit ein öffentliches Thema zu werden. Das ist überflüssig.» Am Vortag war ein erneutes Gespräch zwischen 96-Manager Jörg Schmadtke und Slomkas Berater über eine Verlängerung des Vertrages ohne Abschluss geblieben.

Es geht bei dem seit Wochen anhaltenden Poker in erster Linie um die Laufzeit des neuen Kontraktes und um die Bezahlung. «Das sind so die Themen», bestätigte Kind. Spekulationen, wonach Slomka seine Unterschrift von der Verlängerung der Verträge mit den Leistungsträgern Christian Schulz und Karim Haggui abhängig mache, dementierte der Vereins-Chef: «Das hat er nie thematisiert.» Spekuliert wird zudem, dass der Coach mehr Befugnisse als bisher haben möchte.

«Es müssen sich alle gedulden», erklärte Schmadtke. Eine Einigung vor dem nächsten Spiel am Samstag gegen Schalke 04 erscheint derzeit äußerst unwahrscheinlich. «Es gibt kein neues Zeitfenster und keine Wasserstandsmeldungen», sagte der 96-Sportdirektor. Auch Schmadtke ist inzwischen angesäuert, dass der zähe Poker die positiven Nachrichten aus dem sportlichen Bereich überlagert.

Slomka, der die Mannschaft vor einem knappen Jahr übernommen hatte, ist ebenfalls nicht glücklich. «Ich stehe jetzt doof da, weil jeder denkt, ich würde um mehr Geld pokern», sagte der Fußball-Lehrer, der aus dem nahe gelegenen Lühnde stammt und seit Jahren in Hannover wohnt.

Der Coach, der nach dem Aus in Schalke fast zwei Jahre ohne Job war, fürchtet um sein Image. Daher zeigt er sich einsichtig: «Ich weiß, welche finanziellen Möglichkeiten 96 hat, und es geht mir auch nicht um Macht.» Woran liegt es dann aber? Der Coach hatte nach den ersten Verhandlungsrunden von «fehlender Wertschätzung» gesprochen, ohne seine Klage detaillierter zu erläutern.

Das Hickhack sorgt ausgerechnet in der sportlich besten Phase des Vereins für Wirbel. Vor allem Slomkas zwischenzeitliche Bitte um eine Freigabe aus dem laufenden Vertrag, die Kind vor knapp einer Woche bestätigt hatte, sorgte für Unruhe. Hannovers Medien spekulieren, dass eine Anfrage des Nachbarn VfL Wolfsburg der Grund gewesen sein könnte. Slomka selbst hat sich dazu öffentlich nicht konkret geäußert.

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