Bayerns Spieler jubeln mit Torschütze Thomas Müller. Foto: Federico Gambarini
Bayerns Spieler jubeln mit Torschütze Thomas Müller. Foto: Federico Gambarini

Bayerns Spieler jubeln mit Torschütze Thomas Müller. Foto: Federico Gambarini

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Bayerns Spieler jubeln mit Torschütze Thomas Müller. Foto: Federico Gambarini

Mönchengladbach (dpa) - Mit seinem ersten Bundesliga-Tor in diesem Jahr hat Bayern-Jubilar Thomas Müller den Klassiker gegen Borussia Mönchengladbach entschieden. In seinem 250. Ligaspiel für die Münchner sorgte der Fußball-Weltmeister in der 63. Minute für den 1:0 (0:0)-Siegtreffer.

Auf dem Weg zum 27. Meistertitel enteilt der FC Bayern der Konkurrenz mit großen Schritten. Der seit 19 Pflichtspielen unbesiegte Rekordmeister baute den Vorsprung an der Tabellenspitze vor RB Leipzig damit auf 13 Punkte aus.

«Wir wussten, um die Situation. Wir wollten das Spiel gewinnen, wir haben schon ganz schön auf die Tube gedrückt», sagte Müller bei Sky: «Ich weiß nicht, ob man von einem typischen Müller sprechen kann. Ich habe ein Tor erzielt. Dass ich es noch in mir drin habe, das weiß ich. Es macht Spaß mit den Jungs, es war ein schöner Tag.»

Nur Arjen Robben war nicht so richtig froh: Bei seinem Abgang nach seiner Auswechslung in der 85. Minute, klatschte sich der Niederländer mit Trainer Carlo Ancelotti nur halbherzig ab - auf der Ersatzbank feixten die Kollegen. «Ich glaube, ich war auch nicht glücklich, als ich ausgewechselt worden bin. Ich kann damit sehr gut leben», sagte der Bayern-Coach. «Da sieht man halt, dass in ihm das Feuer noch brennt. Fußballer sind auch nur Menschen. Es ist schön, dass es bei uns trotz 13 Punkten Vorsprung noch so kribbelt», meinte Müller.

In diesem Tempo können sich die Bayern den Titel noch vor Ostern sichern. Die seit vier Spielen sieglosen Gladbacher verlieren hingegen die internationalen Startplätze nach der Heimniederlage vor 54 014 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park allmählich aus dem Blick. «Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Moral und Geist waren überragend. Das stimmt uns zuversichtlich, dass wir nach der Länderspielpause wieder angreifen», sagte Trainer Dieter Hecking. «Das einzige, was uns etwas trübselig reinschauen lässt, ist das Ergebnis.»

Drei Tage nach dem Aus in der Europa League im deutschen Duell gegen Schalke fehlten den ersatzgeschwächten Gladbachern der verletzte Weltmeister Christoph Kramer und US-Nationalspieler Fabian Johnson sowie Lars Stindl und Mahmoud Dahoud. Die Gastgeber standen tief, verteidigten eng gegen den Ball und warteten auf Kontergelegenheiten.

Die Münchner hatten das Spiel unter Kontrolle, nur beim letzten Pass und im Strafraum fehlte die Genauigkeit. Kurz vor der Pause rettete der Pfosten gegen Robben, dann parierte der starke Torhüter Yann Sommer in Weltklassemanier gegen Robert Lewandowski. «Wir verteidigen mit sehr viel Leidenschaft», sagte Borussias Assistenztrainer Dirk Bremser in der Pause. Fast 62 Kilometer hatten die Gladbacher bis dahin abgespult.

Nach dem Wechsel waren die Gastgeber auch nach vorne viel gefährlicher. Raffael (62.) vergab mit einem strammen Schuss aus 20 Metern sogar die Führung. Wenig später dann belohnten sich die Münchner. Wunderschön freigespielt von Thiago stellte Müller mit seiner typischen Art die Weichen. Seinen bislang einzigen Bundesliga-Treffer in dieser Saison hatte der Stürmer am 10. Dezember beim 5:0 gegen Wolfsburg erzielt. Danach drängten die Gladbacher, doch Nationalkeeper Manuel Neuer und das Glück des Tüchtigen verhinderten den Ausgleich. Im 98. Bundesliga-Duell zwischen den beiden alten Rivalen holten sich die Bayern letztendlich völlig verdient den 48. Sieg.

Und Gladbachs Jonas Hofmann sorgte mit einer schönen Geste für Aufsehen, korrigierte eine Foul-Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Stieler. «Das zeigt, dass die Mannschaft den Fair-Play-Gedanken verinnerlicht hat», meinte Hecking. Der Gladbach-Coach appellierte: «Es hilft wenig, wenn es Einzelne machen. Wenn es häufiger der Fall wäre, dann ist das für alle gut.»

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