1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern
Der Nürnberger Dario Vidosic (l) setzt dem Kaiserslauterer Stiven Rivic beim Kampf um den Ball nach.

Der Nürnberger Dario Vidosic (l) setzt dem Kaiserslauterer Stiven Rivic beim Kampf um den Ball nach.

dpa

Der Nürnberger Dario Vidosic (l) setzt dem Kaiserslauterer Stiven Rivic beim Kampf um den Ball nach.

Nürnberg (dpa) - Drei Spielerausfälle waren zu viel für den 1. FC Nürnberg: Das Abwehrchaos in der umformierten Defensive hat den «Club» in eine bittere 1:3 (0:3)-Heimpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern gestürzt.

Nach zuletzt vier Heimsiegen in Serie unterlagen die Franken in der Fußball-Bundesliga dem in der Offensive abgebrüht auftretenden Aufsteiger. «Aber es lag nicht allein an der neu formierten Abwehr. Die ganze Mannschaft war in der ersten Halbzeit schläfrig, ungenau und nicht aggressiv genug», stellte FCN-Trainer Dieter Hecking nach der verdienten Niederlage fest.

Stiven Rivic (4. Minute), Ivo Ilicevic (12.) und Srdjan Lakic (33.) mit seinem Saisontreffer Nummer sieben trafen vor 40 711 Zuschauern für die Gäste, die nach einer Roten Karte für Thanos Petsos (78.) in der Schlussphase in Unterzahl agieren mussten.

«Wir wollten frech auftreten, das ist uns gelungen», meinte FCK-Coach Marco Kurz, «in der ersten Halbzeit haben wir ein hervorragendes Spiel abgeliefert. Das sind drei sehr wichtige Punkte im Abstiegskampf». Die Rote Karte für Petsos bewertete Kurz als «knifflige Situation. Ich hoffe auf die minimalste Strafe, denn Thanos ist ein Spieler, der nie schlägt».

Nürnbergs Aufbäumen kam zu spät und war am Ende nicht mehr von Erfolg gekrönt: Der eingewechselte Robert Mak konnte zwar auf 1:3 verkürzen (67.), aber Kapitän Andreas Wolf drosch anschließend einen Foulelfmeter an die Latte (83.). Während die zweite Heimniederlage beim «Club» für Ernüchterung sorgte, konnten die Pfälzer erstmals seit dem 1. Spieltag wieder einen Auswärtssieg bejubeln.

FCN-Trainer Hecking musste kurzfristig nicht nur den gesperrten Linksverteidiger Javier Pinola in der Abwehr ersetzen, sondern auch die verletzten Juri Judt (Oberschenkelzerrung) rechts und Per Nilsson (Kapseleinriss im Knie) im Zentrum. Das war fatal: Insbesondere mit der Hereinnahme von Dario Vidosic als Rechtsverteidiger lag Hecking total daneben. «Das nehme ich auf meine Kappe. Es war eine Fehleinschätzung», räumte der Trainer ein.

Das Abwehr-Debakel des «Club» ging schon in der 4. Minute los. Raphael Schäfer konnte einen Schuss von Ilicevic noch parieren, aber nicht den Nachschuss des frei stehenden Rivic. Beim anschließenden Kopfballtor von Ilicevic war der «Club»-Torhüter wieder machtlos. Torvorbereiter Rivic ließ den überforderten Vidosic vor seiner Flanke ganz «alt» aussehen. Auch beim dritten Gegentor war die gesamte Nürnberger Hintermannschaft nicht auf der Höhe, Lakic konnte nach der Flanke von Ilicevic unbedrängt einköpfen.

Hecking reagierte auf das Abwehr-Debakel und nahm Vidosic in der 40. Minute vom Feld. Für ihn kam der 21 Jahre alte Bundesliga- Debütant Philipp Wollscheid. Viel besser wurde es dennoch nicht. Die einzigen Nürnberger Chancen vor der Pause hatte Mike Frantz, der mit Kopf (31.) und Fuß (36.) wenigstens etwas Gefahr hervorrief.

Nach dem Seitenwechsel hatten zunächst die Gäste weiter die besseren Einschusschancen. Die Hausherren taten sich schwer, erst der eingewechselte Slowake Mak sorgte für neue Hoffnung: Mit links erzielte der 19-Jährige nach einer couragierten Einzelaktion sein erstes Bundesligator. Der Treffer beflügelte den «Club», ebenso der Platzverweis gegen Petsos, der Wolf mit dem Ellbogen im Gesicht erwischte. Nach Foul von Mathias Abel an Jens Hegeler vergab Wolf mit seinem verschossenen Elfmeter die Chance, die Lauterer noch richtig in Bedrängnis zu bringen.

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