Offensiv orientiert
Aachens Trainer Peter Hyballa (r) will die Bayern ärgern.

Aachens Trainer Peter Hyballa (r) will die Bayern ärgern.

dpa

Aachens Trainer Peter Hyballa (r) will die Bayern ärgern.

Aachen (dpa) - In Aachen wissen sie, wie es geht: Zweimal schon hat die Alemannia im DFB-Pokal den Giganten Bayern München aus dem Wettbewerb geworfen. Nach 2004 und 2006 soll am Mittwoch die dritte Sensation folgen - dann würden mindestens weitere zwei Millionen Euro in die leeren Kassen fließen.

Denn die Aachener sind finanziell ebenso angeschlagen wie Energie Cottbus und der MSV Duisburg, die gegen 1899 Hoffenheim und den 1. FC Kaiserslautern antreten.

«Finanziell geht Aachen am Stock», weiß Trainer Peter Hyballa. «Das Geld, das wir durch den Pokal einnehmen, ist für uns überlebenswichtig.» Mit 32 300 Zuschauern ist der neue Tivoli im Spiel gegen den Rekordmeister ausverkauft. Hier hatten zuletzt schon Mainz 05 und Eintracht Frankfurt das Nachsehen.

Solch eine Blamage will der FC Bayern unbedingt verhindern: «Wir müssen das schaffen», fordert Trainer Louis van Gaal - auch ohne den zum AC Mailand gewechselten Kapitän Mark van Bommel. Spielen wird dagegen Arjen Robben, der wegen eines Infekts am Dienstag nicht mit der Mannschaft trainierte. Die Abwehrspezialisten Daniel van Buyten und Diego Contento fallen dagegen aus. Doch egal in welcher Besetzung: «Die Bayern sind keine Außerirdischen», sagt Hyballa, der vor der Münchener Millionentruppe nicht in Ehrfurcht erstarren will.

«Arm gegen Reich» ist auch das Motto der Partie zwischen Energie Cottbus und 1899 Hoffenheim (19.00 Uhr/Sky). Während für die Cottbuser wohl selbst der griechische Stürmer Pentelis Kapetanos zu teuer ist, wollen die Kraichgauer vor der Partie noch den Transfer von Liverpools Ryan Babel für etwa sieben Millionen Euro über die Bühne bringen. «Wir setzen alle Hebel in Bewegung, dass er gegen Cottbus spielen kann», sagte 1899-Trainer Marco Pezzaiuoli. Der niederländische Nationalspieler soll noch nachfliegen.

Immerhin zwei Millionen Euro hat Energie im laufenden Pokalwettbewerb schon eingenommen - und dabei Freiburg und Wolfsburg ausgeschaltet. Der Sprung ins Halbfinale würde auf einen Schlag nochmals die gleiche Summe bringen. Weil jeder Euro zählt, ärgert sich Präsident Ulrich Lepsch, dass das Stadion der Freundschaft nicht ausverkauft ist: «Wir sind unter den besten acht Teams in Deutschland, da müsste die Hütte eigentlich voll sein.» Gut 15 000 Fans werden erwartet, mehr als 22 000 hätten Platz.

Geld mit dem Stadion konnte der MSV Duisburg schon lange vor dem Duell gegen den 1. FC Kaiserslautern (19.00 Uhr/Sky live) machen. Im Sommer verkaufte der Verein den Namen seiner Arena - wohl auch, weil die finanzielle Lage sonst bedrohlich geworden wäre. Trotzdem wird es ohne weitere Pokal-Millionen kaum möglich sein, den von den Wolverhampton Wanderers ausgeliehen Torjäger Stefan Maierhofer langfristig zu binden.

Die 1,5 Millionen Euro Ablöse könnte der MSV wohl nur aufbringen, wenn er nach dem 1. FC Köln auch die Lauterer aus dem Wettbewerb wirft. Trainer Milan Sasic geht optimistisch in die Partie gegen seinen Ex-Club, der ihn 2009 rausgeworfen hatte: «Wir haben uns dieses Spiel verdient. Und wir wollen nicht, dass es unser Endspiel ist. So ein Match setzt übermenschliche Kräfte frei.»

Eher unterirdisch sieht es dagegen in der Kasse von Erstligist FCK aus - die Pfälzer haben aber mit Stürmer Srdjan Lakic eine doppelte Lebensversicherung: Mit 18 Toren in 20 Pflichtspielen ist der Kroate einer der wichtigsten Akteure bei den Lauterern - und dadurch heiß begehrt. Angeblich soll der VfL Wolfsburg mit seiner prall gefüllten Kasse Interesse an dem Angreifer haben. «Wenn morgen einer kommt mit 10 Millionen, dann kann man nichts ausschließen», sagte Manager Stefan Kuntz. Die finanziellen Löcher würde der aber lieber mit Pokal- statt Transfer-Millionen stopfen.

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