Rostock (dpa) - Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock darf ziemlich sicher sein, in Stefan Beinlich seinen größten Sympathieträger für den Neuanfang auch über die Saison hinweg zu behalten.

Beinlich sieht seine nähere berufliche Zukunft bei dem mecklenburgischen Traditionsverein, mit dem er einst als Spieler in die Bundesliga aufstieg und den er als Manager nun in die 2. Bundesliga zurückführen soll. Der ehemalige Nationalspieler will den Ein-Jahres-Vertrag verlängern. «Ich bin überzeugt, dass wir relativ schnell zueinanderfinden werden», sagte Beinlich der «Ostsee-Zeitung» vor dem Abflug ins einwöchige Trainingslager nach Südspanien.

Der frühere Mittelfeldspieler, der am 13. Januar 39 Jahre alt wird, erlebt seine neue Arbeit «noch umfangreicher, noch komplexer», als er gedacht habe. «Aber es macht Riesenspaß in einem Team zu arbeiten, und das sind wir bei Hansa», berichtete Beinlich, der sein Amt bei den Rostockern im Mai vergangenen Jahres angetreten hat. «Dass momentan sportlicher Erfolg da ist, erleichtert die Arbeit natürlich enorm.»

Hansa Rostocks Vorstandsvorsitzender Bernd Hofmann hat angekündigt, im Trainingslager Gespräche über Vertragsverlängerungen sowohl mit Beinlich als auch mit Trainer Peter Vollmann führen zu wollen. Das gesamte Umfeld zweifelt nicht an einem positiven Ausgang. Viel schneller als gedacht hat das sportliche Führungsduo ein homogenes Team geformt, das guten Fußball spielt und erfolgreichen obendrein.

Hansa liegt bei Saison-Halbzeit der dritten Fußball-Liga auf einem Aufstiegsplatz und damit viel weiter oben, als es der Konsolidierungsplan nach dem Zweitliga-Abstieg im vergangenen Sommer vorsah. «Sensationell» nennt Vorstandschef Hofmann die derzeitige sportliche Bestandsaufnahme. Aufgeben will sie niemand.

Ohne das Wort «Aufstieg» in den Mund zu nehmen («Wir tun uns nicht schwer, wir erwähnen es nur nicht.»), arbeitet Beinlich perspektivisch schon daraufhin. Er will in Spanien seinerseits auch Gespräche führen. «In erster Linie mit den Spielern, mit denen wir gerne über diese Saison hinaus weiterarbeiten möchten und deren Verträge auslaufen», kündigte er an.

Beinlich wird gut zu tun haben. Gleich elf Verträge laufen zum Saisonende aus, darunter die andernorts bereits begehrten Leistungsträger wie Tobias Jänicke (20) oder Mohammed Lartey (24). Allein mit der Perspektive des traumhaften Arbeitsklimas an der Ostseeküste, wo andere Urlaub machen, werden die Besten nicht zu halten sein. Da muss schon die sportliche Perspektive stimmen. Die finanzielle ohnehin.

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