Hannover (dpa) - Trotz ordentlicher Einschaltquoten ist die ARD mit der Berichterstattung über die 3. Fußball-Liga in der Sportschau unzufrieden. Sportschau-Chef Steffen Simon drohte damit, aus dem bis 2012 laufenden TV-Vertrag auszusteigen.

«Unsere Begeisterung über die 3. Liga hält sich derzeit in Grenzen. Wir müssen sehr ernsthaft darüber nachdenken, ob wir auch nach 2012 noch weitermachen», sagte Simon in einem «kicker»-Interview .

«Wir haben keinen Einfluss auf die Spielplan-Gestaltung», erläuterte Simon der Nachrichtenagentur dpa den Grund für seine Verärgerung. «Es kann nicht sein, dass ein Spitzenteam wie Hansa Rostock auf Anordnung der Polizei nur noch freitags oder sonntags spielt», argumentierte der Fernsehmann.

Nach seinen Angaben wird der Spielplan des DFB für die 3. Liga maßgeblich von der «Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze» (ZIS) bestimmt. Die in Duisburg angesiedelte Einrichtung registriert und beobachtet bundesweit Fußball-Gewalttäter.

Laut Simon seien zudem die Partien der 2. Mannschaften von Profi-Clubs unattraktiv und werden deshalb nicht gezeigt. Unter den 20 Mannschaften der 3. Liga befinden sich mit Werder Bremen II, Bayern München II und VfB Stuttgart II allerdings nur drei Reserveteams.

Die Samstag-Sportschau der ARD berichtet in der Regel zwischen 18.00 und 18.30 Uhr über das Geschehen in der 3. Liga. Im Schnitt verfolgten im zurückliegenden Halbjahr 2,93 Millionen Zuschauer die Spielberichte. «Das ist eine Super-Quote», sagte Simon zu der Zahl, die einen Zuwachs von rund acht Prozent im Vergleich zur Saison 2009/2010 bedeutet. Zudem werden im mehreren Dritten Programmen einige Drittliga-Spiel live übertragen.

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