Beim Fußball-Zweitligisten sind die Erwartungen an den prominenten Trainer Mirko Slomka hoch.

Mirko Slomka nimmt am Dienstag am Trainingsauftakt der Mannschaft im Wildparkstadion teil.
Mirko Slomka nimmt am Dienstag am Trainingsauftakt der Mannschaft im Wildparkstadion teil.

Mirko Slomka nimmt am Dienstag am Trainingsauftakt der Mannschaft im Wildparkstadion teil.

Uli Deck

Mirko Slomka nimmt am Dienstag am Trainingsauftakt der Mannschaft im Wildparkstadion teil.

Karlsruhe. Mirko Slomka ist mit leichtem Gepäck unterwegs. Noch wohnt er in Karlsruhe im Hotel, ist auf Wohnungssuche. Doch der neue Trainer des Karlsruher SC schleppt auch einen schweren Rucksack mit sich. Einen voller Erwartungen. Verein und Fans erwarten von dem Übungsleiter, der bei FC Schalke 04 und bei Hannover 96 gute Arbeit abgeliefert und auch beim HSV engagiert war, auch in Baden Erfolge. Plötzlich Fußball-Provinz. Eigentlich hatte Slomka mal ganz andere Ziele.

Die Arbeit im Tabellenkeller der 2. Liga ist für den Niedersachsen eine neue Herausforderung. Nein, besonders reizend sei der Abstiegskampf gewiss nicht, sagte Slomka unlängst bei seiner Vorstellung im überfüllten KSC-Presseraum: „Aber es geht in dieser Saison nur um den Klassenerhalt.“

Doch der 49-Jährige will mehr als nur gegen den Abstieg kämpfen. Ein Plan, der auch Oliver Kreuzer gefällt. Der Karlsruher Sportdirektor ist selbst erst wenige Wochen im Amt. Die Verpflichtung von Slomka war sein erster Coup. Das Duo hat schon beim Hamburger SV zusammen gearbeitet. Dort waren beide nach kurzer Amtszeit gefeuert worden, doch der Wertschätzung des Sportdirektors für den Trainer tat das keinen Abbruch: „Ich weiß wie er eine Mannschaft führt und die Dinge angeht. ich sehe ihn nicht nur als Retter, sonder auch als Entwickler“, sagt Kreuzer über Slomka, der gewiss einer der teureren Trainer der 2. Liga sein wird. Der Mann, der früher Ralf Rangnick in Hannover und Schalke assistiert und dann beerbt hat, wusste schon immer um seinen Wert. Abstriche macht er nun auch, weil es Zeit wird, sich wieder positiv ins Gespräch zu arbeiten. Irgendwann ist man nämlich ganz weg vom Fenster.

Gab es keine anderen Angebote? Doch, immer wieder, sagt er. Aber nach dem Intermezzo beim HSV habe er sich „ausgemergelt“ gefühlt. Und es müsse auch passen. Dieses Gefühl habe er in Karlsruhe gehabt. Dabei ist die Situation nicht gerade lustig. Nur dank der besseren Tordifferenz stehen die Karlsruher im Tabellenkeller über dem Strich. „Wir müssen mehr Chancen herausspielen, mehr Treffer erzielen. Elf Tore sind zu wenig“, lautet Slomkas erste Bestandsaufnahme. Im Trainingslager in Spanien will er den Kader checken. „Ich bin gespannt, ob die Herren dann auf das Präsidium zukommen. Wir würden schauen, was wir realisieren können“, sagt KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. Vielleicht würde er für Neuzugänge noch einmal die Schatulle öffnen. Wie er es für Slomka schon getan hat.

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