Bochum (dpa) - Ob der VfL Bochum seinem früheren Fußball-Bundesligaprofi Raymond Kalla mehr als 311 000 Euro Steuern erstatten muss, bleibt weiter offen.

Bei der Verhandlung in zweiter Instanz vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) Hamm stellte sich überraschend heraus, dass Kalla das Geld noch gar nicht an das Finanzamt gezahlt hat.

In dem Prozess geht es um Ablöse und Handgeld für den Wechsel Kallas zum VfL im Jahr 2002. Kalla erhielt insgesamt 690 000 Euro, zahlte die eigentlich fälligen 311 488 Euro Einkommensteuer aber nicht. Das Amtsgericht Bochum verurteilte ihn daher im Januar 2008 zu 20 Monaten auf Bewährung wegen Steuerhinterziehung. Kalla musste das Geld außerdem nachzahlen. Dies ist offenbar bis heute nicht passiert.

Das Finanzamt verhalte sich zur Zeit ruhig, sagte Kallas Anwalt laut Gerichtssprecher Thomas Gerretz. Kalla selbst war nicht zur Verhandlung erschienen. Der 35-Jährige, der zwischen 2002 bis 2005 77 Bundesligaspiele für Bochum bestritt, lebt inzwischen in Frankreich.

Das Gericht setzte einen neuen Verhandlungstermin am 12. Mai an. Bis dahin sollen die Parteien den Sachverhalt aufklären. So sollen unter anderem die Details der damaligen Vereinbarungen zwischen dem Verein und dem Spieler dargelegt werden.

Kalla hatte argumentiert, dass vor dem Wechsel zum VfL Bochum mit den Verantwortlichen vereinbart gewesen sei, dass ihm Ablöse und ein Handgeld netto zufließen sollten. Der Verein bestreitet laut LAG eine entsprechende Vereinbarung. Der VfL hatte nach Angaben des Gerichts von 2002 bis 2004 insgesamt 880 000 Euro an einen Spielervermittler gezahlt, der davon 640 000 Euro an Kalla weiterleitete. Weitere 50 000 Euro erhielt der Kameruner direkt vom Verein.

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