Seit 2008 ist der Mittelfeldspieler beim 1. FC Heidenheim. Auch nach dem Kader-Umbruch ist er gesetzt.

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Immer noch die Führungsfigur in Heidenheim: Marc Schnatterer bleibt auch nach dem personellen Umbruch gesetzt.

Immer noch die Führungsfigur in Heidenheim: Marc Schnatterer bleibt auch nach dem personellen Umbruch gesetzt.

dpa

Immer noch die Führungsfigur in Heidenheim: Marc Schnatterer bleibt auch nach dem personellen Umbruch gesetzt.

Heidenheim. Eigentlich ist Heidenheim ja eher ein beschaulicher Ort. Besonders im Winter sind Hektik und Trubel hier Fremdwörter. Im Januar 2016 aber herrschte zumindest auf dem Schloßberg eine rege Betriebsamkeit. Dort ist der 1. FC Heidenheim zu Hause und der baute seinen Kader überraschend kräftig um. „Zunächst wollten wir in der Winterpause keine größeren Veränderungen vornehmen. Doch nach dem 0:3 gegen Nürnberg im letzten Spiel vor Weihnachten sind bei mir die Alarmglocken angegangen. Wir sind im Angriff zu harmlos. Also habe ich meine Meinung revidiert“, sagte Geschäftsführer Holger Sanwald.

Mit dem gebürtigen Pforzheimer Denis Thomalla von Lech Posen sowie Bard Finne vom 1. FC Köln kamen zwei neue Mittelstürmer. Dafür wurden gleich sieben Akteure abgegeben, die Sanwald wie auch Trainer Frank Schmidt enttäuscht hatten. Dabei handelt es sich fast nur um Offensiv-Personal. Vor allen Andreas Voglsammer, der nun für Arminia Bielefeld aufläuft und Daniel Frahn, der zum Chemnitzer FC wechselte, blieben hinter den Erwartungen zurück. Zudem bekamen auch zwei Ex-Fortunen den Laufpass. Rechtsverteidiger Sebastian Heidinger konnte sich gegen Robert Strauß und Ronny Philip nicht durchsetzen. In Zukunft sucht der 30-Jährige sein Glück in Fürth, während Angreifer Adriano Grimaldi auf den letzten Drücker bei Drittligist Preußen Münster unterkam. „Drei Treffer in 18 Monaten sind für einen Mittelstürmer zu wenig“, sagte Sanwald.

Schnatterer steht für den Trainer außerhalb jeder Diskussion

Grimaldi, Heidinger und Co. werden damit demnächst nicht mehr in den Genuss der legendären Spaghetti Bolognese kommen, welche Marc Schnatterer vor jedem Heimspiel des 1. FC Heidenheim zubereitet. Denn natürlich ging der Rundumschlag im Kader an Schnatterer vorbei. Der 30-Jährige ist zwar offensiver Mittelfeldspieler, gilt aber als völlig unumstritten. Weil Schnatterer eben schlichtweg das Gesicht des 1. FC Heidenheim ist. „Marc ist auf dem Spielfeld mein verlängerter Arm. Seine Bedeutung als Kopf der Mannschaft steht außerhalb jeder Diskussion“, erklärte Trainer Frank Schmidt.

Bislang hat auch Heidenheim nur 20 Treffer in 19 Spielen erzielt

Seit Juli 2008 spielt Schnatterer für die Rot-Blauen. Bislang 263 Spiele mit 78 Treffern und 15 Torvorlagen machen ihn zum Leistungsträger, doch er ist viel mehr. Schnatterer ist Mannschaftskapitän, Führungsfigur, Motivator, Sprachrohr und Publikumsliebling. Die Menschen in Heidenheim mögen ihn, auch weil Schnatterer stets nahbar und freundlich auf sie zugeht. Auf dem Platz hingegen kann er auch schon mal ein Heißsporn sein. Doch gerade in der 2. Liga ist so ein „aggressive Leader“ nahezu unabdingbar.

Auch in dieser Saison steuerte Schnatterer drei Treffer sowie vier Torvorlagen bei. Damit war der gebürtige Heilbronner beim offensiv selten durchschlagskräftigen FCH an einem Drittel der 20 Treffer beteiligt. Auch das goldene Tor beim 1:0 gegen die Fortuna in der Hinrunde bereitete Schnatterer vor, und natürlich wäre er auch in Düsseldorf sehr gerne wieder erfolgreich.

Trainer Frank Schmidt kann aus dem Vollen schöpfen, dürfte aber zunächst auf die ganz großen Experimente verzichten. Offen ist lediglich, wer in der Abwehr rechts verteidigt. Im dünn besetzten Angriff gibt es kaum Optionen, so dass mit folgender Start-Elf in einem 4-2-2-2-System zu rechnen ist.

Jan Zimmermann - Ronny Philp (Robert Strauß), Mathias Wittek, Kevin Kraus, Arne Feick - Sebastian Griesbeck, Norman Theuerkauf - Robert Leipertz, Marc Schnatterer - Smail Morabit, Bard Finne.

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