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Franz Beckenbauer macht sich für 1860 stark.

Franz Beckenbauer macht sich für 1860 stark.

dpa

Franz Beckenbauer macht sich für 1860 stark.

München (dpa) - Franz Beckenbauer macht sich für die Rettung des finanziell schwer angeschlagenen Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München stark.

«München ohne Sechzig wäre für mich nicht vorstellbar», sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern der Münchner «Abendzeitung». Er habe vielen seiner Freunde geraten, bei den «Löwen» zu investieren. Der Traditionsclub muss bis zum 31. März acht Millionen Euro aufbringen, um die drohende Insolvenz abzuwenden. Der einzige Ausweg aus der Finanzmisere sei ein «richtiger Investor, einer, der sie zurück in die Bundesliga bringt», sagte Beckenbauer.

Auf der dreistündigen Aufsichtsratssitzung wurden zuletzt verschiedene Rettungsmodelle diskutiert, aber keine Lösung gefunden. Die Verantwortlichen hatten das Treffen des Kontrollgremiums bereits vor Beginn als reine Informationsveranstaltung deklariert. «Es verengt sich immer mehr auf ein Modell, aber wir sind noch nicht am Ende unserer Arbeit. Die Insolvenz ist noch nicht vom Tisch», sagte Präsident Dieter Schneider.

Als Ideallösung gilt ein bankenbasiertes Konzept mit einem späteren Anteilsverkauf an einen Investor. Möglich ist auch eine sofortige zumindest teilweise Verpfändung von KGaA-Anteilen an Banken oder strategische Partner. Notfalls käme auch ein kurzfristiger Verkauf von Aktien an einen Kapitalgeber in Frage. Wichtigste Voraussetzung für die Rettung der Sechziger ist, dass der Verein mit seinen Gläubigern über die Tilgung von insgesamt elf Millionen Euro Altschulden eine Vereinbarung findet. Beim FC Bayern steht der Club mit drei Millionen Euro in der Kreide.

Die Beteiligung des roten Erzrivalen spaltet weiterhin die «Löwen»-Fans. Roman Beer, 1860-Fan, Buchautor und Vorsitzender des Vereins «Freunde des Sechz'ger Stadions», lehnt eine «Barmherzigkeitsaktion» von Bayern-Präsident Uli Hoeneß ab und plädiert für eine Insolvenz. «Wir haben die Wahl zwischen Pest und Cholera, und keiner weiß, was besser ist», sagte Beer am Montagabend im Bayerischen Fernsehen. Der FC Bayern helfe nur aus Eigennutz, «weil die einen Mieter für die Arena brauchen. 50 Millionen Euro erwarten sie noch von uns, womit wir nur die Mannschaft des FC Bayern verstärken würden».

Beer vermisst beim TSV 1860 «Vision und Strategie» und wünscht sich wie viele Fanclubs einen Neuanfang in der fünftklassigen Bayernliga. «Da kann man den Verein gleich auflösen und als FC Obergiesing in der A-Klasse anfangen. Das wäre doch Irrsinn», widersprach Beckenbauer den Insolvenzbefürwortern, «1860 ist doch eine lukrative Marke, zumindest wenn sie wieder in die Bundesliga kommen».

Zunächst geht es für die Sechziger allein darum, frisches Geld zu bekommen, um die Saison beenden zu können, den Lizenzierung für die kommende Spielzeit abzusichern und den Profis ihren Lohn zu zahlen. Die zu Wochenbeginn fälligen Spielergehälter sind noch nicht überwiesen worden.

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