Manager Dieter Hoeneß zieht die Reißleine. Kandidaten: Schuster, Sammer, Gerets, van Basten.

Ende der Dienstzeit in Wolfsburg: Armin Veh.
Ende der Dienstzeit in Wolfsburg: Armin Veh.

Ende der Dienstzeit in Wolfsburg: Armin Veh.

dpa

Ende der Dienstzeit in Wolfsburg: Armin Veh.

Wolfsburg. Beurlaubung mit Ansage: Die Ära Armin Veh beim deutschen Fußball-Meister VfL Wolfsburg ist beendet. Bereits nach zehn Tagen im Amt muss der neue VfL-Manager Dieter Hoeneß einen neuen Trainer suchen. Der bisherige Coach wurde gestern freigestellt.

Der bisherige Amateurtrainer Lorenz-Günther Köstner soll als Interimscoach den VfL beim nächsten Bundesligaspiel am Freitag beim Hamburger SV betreuen. Es ist der siebte Trainerwechsel dieser Saison in der Fußball-Bundesliga.

"Zuletzt neun Pflichtspiele ohne Sieg und die hohe Anzahl von 38 Gegentoren in der Bundesliga sprechen eine deutliche Sprache. Wir waren nicht mehr der Überzeugung, dass wir die Situation gemeinsam mit Armin Veh in absehbarer Zeit hätten ändern können", sagte Dieter Hoeneß in einer ersten Stellungnahme nach stundenlangen Gesprächen mit den Verantwortlichen von Eigentümer VW.

Bereits zehn Punkte Rückstand auf das internationale Geschäft

Die Entscheidung hatte sich nach dem 2:3 gegen Köln angedeutet. Spätestens seit Sonntagabend war Veh nicht mehr zu halten. Bereits während des Spiels hatten die Fans lautstark "Armin raus" skandiert. Angesichts katastrophaler Abwehrleistungen und zehn Punkten Rückstand auf einen Europapokalplatz war auch die Geduld bei den VW-Bossen zu Ende.

"Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass wir nach den vielen negativen Erlebnissen der letzten Wochen handeln mussten, auch um einen Neuanfang zu starten.

Die Stimmung um den VfL wäre zu belastet gewesen, um daraus Kraft für künftige Erfolge schöpfen zu können", sagte VfL-Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz.

Der 57 Jahre alte Köstner ist nur eine Übergangslösung. "Der Nachfolger steht noch nicht fest", sagte ein VfL-Sprecher. Als Veh-Nachfolger werden Bernd Schuster, Matthias Sammer, Eric Gerets oder Marco van Basten gehandelt. Als Favorit von Manager Hoeneß galt Huub Stevens, der soll aber bereits abgesagt haben.

Mit 38 Gegentoren stellt der Meister in dieser Saison die bislang zweitschlechtestes Abwehr der Liga. Nur der abgeschlagene Tabellenletzte Hertha BSC (39) ist noch schlechter. In der gesamten Vorsaison kassierten die Niedersachsen 41 Tore und hatten unter Felix Magath noch die drittbeste Abwehr.

Veh hatte dafür bereits die Verantwortung übernommen. Bereits zum Ende der Hinrunde war er in die Schusslinie geraten. Die Verantwortlichen entmachteten Veh daraufhin, stellten ihm Hoeneß zur Seite. Und der beurlaubte ihn nur zehn Tage später. Red/dpa

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