Armin Veh träumt von einem Erfolg bei seinem Vorgänger Felix Magath. Aber sprechen will er darüber lieber nicht.

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Armin Veh, Trainer des VfL Wolfsburg.

Armin Veh, Trainer des VfL Wolfsburg.

dpa

Armin Veh, Trainer des VfL Wolfsburg.

Düsseldorf. Reden will er über Felix Magath eigentlich nicht. "Getroffen habe ich ihn noch nicht, seit ich beim VfL Wolfsburg bin", sagt Armin Veh, Meister-Trainer wie Magath und Trainer-Manager wie sein Vorgänger. "Das Spiel heißt Schalke gegen Wolfsburg, und meine Mannschaft fährt selbstbewusst nach Gelsenkirchen", sagt Veh einen Tag vor dem Bundesliga-Duell.

"Ich kann nachvollziehen, dass das immer ein Thema ist. Das ist ganz normal und wird immer so sein, wenn jemand Nachfolger eines Meister-Trainers ist, aber ich will das gar nicht so hoch hängen." Nicht unfreundlich, aber ein wenig unwirsch reagiert Veh auf die Fragen nach seinem Vorgänger. "Ich persönlich fahre immer gern nach Schalke, weil in diesem Stadion eine tolle Atmosphäre herrscht. Und Felix Magath und ich werden uns sicher nicht aus dem Weg gehen, wir kennen uns ja schließlich seit Jahren."

Mit dem 3:1 gegen ZSKA Moskau in der Champions League hat Meister VfL Wolfsburg sein Selbstbewusstsein zurückgewonnen. Die anfänglichen Enttäuschungen in der Liga sind Vergangenheit, fast vergessen, "wir müssen uns nur noch an das Umschalten von der Champions League zurück in die Bundesliga gewöhnen, aber das kriegen wir schon hin", sagt Veh, der immer noch sauer über den Platzverweis für seinen Torwart Diego Benaglio ist und gestern Interventionen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ankündigte, um die Sperre für den Schweizer Nationaltorwart zu verkürzen.

In Schalke (20.30 Uhr/Sky) steht aber heute voraussichtlich Andre Lenz im Tor des VfL. Vielleicht wird Veh sogar auf Schalke mit drei Angreifern spielen: "Ich bin jedenfalls sehr zufrieden, wie die Mannschaft die Systemumstellung gegen Moskau umgesetzt hat."

"Das ist lange her", sagt Felix Magath, wenn er auf den VfLWolfsburg angesprochen wird. Für Wehmut ist Magath wenig empfänglich: "Ich habe mich getrennt, mit allen Konsequenzen." Aber über die Tore von Grafite in der Champions League hat sich Magath trotzdem gefreut. "Warum auch nicht? Der VfL kommt als Favorit nach Schalke. Ich bin davon überzeugt, dass Wolfsburg auch in dieser Saison in der Spitzengruppe der Bundesliga landen wird."

Magath hat ganz andere Sorgen. "Wir sind das, was der VfL vor zwei Jahren war. Ein Team im Umbruch, das von passiver, defensiver Spielweise umgestellt werden mus auf aktive, offensive", sagte Magath dem "kicker".

Schalke ist eine Herkulesaufgabe, aber gerade deshalb hat Magath den Club gewählt und einen Vier-Jahres-Vertrag unterschrieben. Seit 2000 zählt er zu den erfolgreichsten Fußball-Lehrern der Republik, seine Arbeit in Stuttgart, beim Rekordmeister Bayer München und dem aktuellen Titelträger Wolfsburg haben sein Renommee nachhaltig befördert. Aber Schalke bleibt aufgrund der finanziellen Bedingungen sicher ein Kraftakt.

Trotz aller Erfolge treffen sich heute zwei Trainer-Manager auf Augenhöhe. Mindestens so überraschend wie Magaths Titel mit Wolfsburg war Armin Vehs Titel mit dem VfB Stuttgart zwei Jahre zuvor.

Und inzwischen ist Veh in Wolfsburg mit der gleichen Autorität ausgestattet wie es Magath war. "Schalke ist mit zehn Punkten optimal gestartet und hat eine Mannschaft, die sich sehen lassen kann." Grafite ist jedenfalls optimistisch: "Ich hoffe, dass wir in Schalke da weitermachen wo wir gegen Moskau aufgehört haben."

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