Eine angebliche Attacke von Manuel Neuer nach Spielschluss sorgt für turbulente Szenen in Dortmund.

Messias auf Schalke: Erfolgstrainer Felix Magath.
Messias auf Schalke: Erfolgstrainer Felix Magath.

Messias auf Schalke: Erfolgstrainer Felix Magath.

dpa

Messias auf Schalke: Erfolgstrainer Felix Magath.

Dortmund. Ein wenig Zeit haben die Streithähne schon gebraucht, um ihre Emotionen in den Griff zu bekommen. Was haben sich die Spieler von Borussia Dortmund über Manuel Neuer aufgeregt.

Der Torhüter hatte, als der knappe aber letztlich verdiente 1:0-Derbyerfolg des FC Schalke 04 besiegelt war, nach dem Geschmack des BVB vor der Südtribüne im Dortmunder Stadion ein wenig zu überschwänglich gejubelt.

Kurz darauf kam es dann zu einer wilden Rangelei am Mittelkreis, bei der Dortmunds Kevin Großkreutz den Ellenbogen Neuers ins Gesicht bekommen haben will.

"Ich hoffe, die Zähne von Großkreutz sind noch alle drin. Ich habe ihn jedenfalls nicht berührt."

Manuel Neuer, Nationaltorwart

"Erst hat er unsere Fans provoziert. Und als ich ihm was dazu gesagt habe, schlägt er mich. Ich habe zwar nicht geblutet, aber meine Nase ist ein wenig schief", gab der Betroffene zu Protokoll. Als Kronzeuge stand ihm Nuri Sahin zur Seite: "Es kann nicht sein, dass er abstreitet, Kevin geschlagen zu haben. Was er nach dem Spiel abgezogen hat, ist eine Frechheit."

Allerdings hatte weder Schiedsrichter Wolfgang Stark diese vermeintliche Tätigkeit nach Spielschluss geahndet, noch gibt es Fernsehbilder, die die Vorwürfe untermauern. Und so steht Aussage gegen Aussage. "Das muss ein anderer Manuel Neuer gewesen sein. Ich hoffe, die Zähne von Großkreutz sind noch alle drin. Ich habe ihn jedenfalls nicht berührt.", brachte der Schalker Torhüter etwas lapidar zu seiner Verteidigung vor.

Und auch sonst ging es hoch her bei diesem Derby. Felix Magath echauffierte sich in den Katakomben des Stadions lautstark darüber, dass seine Spieler nach dem Treffer von Jefferson Farfan ebenfalls vor den Dortmunder Fans gefeiert hatten. Eine halbe Stunde später hatte sich aber auch der Schalker Trainer wieder etwas beruhigt. "Offenbar haben meine Spieler die Seite verwechselt. Das Tor wurde nicht mit den eigenen Fans gefeiert. Darüber wird noch zu reden sein", sagte Magath.

Zur Deeskalation haben die Schalker an diesem emotionalen Nachmittag nicht beigetragen, allerdings ihren Aufwärtstrend mit einer engagierten und klugen Vorstellung fortgesetzt. Mit nunmehr dreizehn Punkten haben sie sich nun in der Bundesliga-Spitzengruppe festgesetzt.

Dieses Ergebnis haben der Mannschaft nach dem tristen Vorjahr nur die größten Optimisten zugetraut. Die Schalker Anhänger wissen, wem sie nicht nur diesen besonders süßen Sieg zu verdanken haben. Wie zuletzt beim Pokalspiel in Bochum wollten sie "den Trainer sehen" und ihn ausgiebig feiern.

Auch für das neue Gesicht, dass der 56-Jährige dem Klub innerhalb kürzester Zeit verliehen hat. "Hier in der Höhle des Löwen zu gewinnen, ist für die Fans das Schönste", sagte Magath fast gerührt.

Von diesen euphorischen Momenten sind sie in Dortmund weit entfernt. Die Dortmunder hatten zwar in der ersten Hälfte Pech, als ein abgefälschter Distanzschuss von Lucas Barrios zweimal in Folge von der Querlatte auf die Torlinie platschte.

Eine Szene, die die Diskussion um den Chip im Ball wieder anregen dürfte. Die jüngsten Abgänge der BVB-Angreifer Mladen Petric und Alexander Frei konnten Mohamed Zidan und Nelson Valdez bisher nicht kompensieren.

"Wir sind maßlos enttäuscht. Unsere Bemühungen haben nicht ausgereicht, damit müssen wir umgehen. Es ist alles andere als eine gute Situation", urteilte der geknickte Jürgen Klopp, der sich als fairer Verlierer zeigte, der aber seine Leichtigkeit und Frische ob der sportlichen Krise verloren zu haben scheint.

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