Der DFB-Sportdirektor will die Hoheit über die U21 – der Bundestrainer auch.

Macht Bundestrainer Jogi Löw zu schaffen: DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, der wie Löw, die Macht bei der U21-Auswahl für sich beansprucht.
Macht Bundestrainer Jogi Löw zu schaffen: DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, der wie Löw, die Macht bei der U21-Auswahl für sich beansprucht.

Macht Bundestrainer Jogi Löw zu schaffen: DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, der wie Löw, die Macht bei der U21-Auswahl für sich beansprucht.

dpa

Macht Bundestrainer Jogi Löw zu schaffen: DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, der wie Löw, die Macht bei der U21-Auswahl für sich beansprucht.

Berlin. Heute wird Joachim Löw 50 Jahre alt. Doch den mündlich bereits Mitte Dezember vereinbarten Vertrag mit dem DFB bis 2012 hält der Bundestrainer auch an seinem Ehrentag noch nicht in der Hand. Stattdessen gibt es ein peinliches Gezänk um das bedeutende Schriftstück, weil Machtansprüche innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes noch immer nicht klar geregelt sind. Soll heißen: DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und Bundestrainer Joachim Löw finden keine gemeinsame Linie in ihrer jeweiligen Zuständigkeit für die U21-Juniorenauswahl.

Zudem gilt auch die Vertragsverlängerung von DFB-Manager Oliver Bierhoff als heißes Eisen. Bierhoff und Sammer, zusammen 1996 Europameister in England geworden, mögen sich nicht sonderlich. Dass Löw seine Vertragsverlängerung nur mit dem gesamten Trainerteam um Assistent Hansi Flick, Scout Urs Siegenthaler, den Fitness-Experten und auch dem Manager Bierhoff bestreiten will, macht es für den verbissenen Sammer nicht leichter - und für den DFB, der beide Leistungsträger unter einen Hut bekommen will, langsam unerträglich.

Die DFB-Spitze, so die offizielle Ankündigung, wird sich morgen auf einer außerordentlichen Präsidiumssitzung intensiv mit dem neuen Vertrag für den Bundestrainer beschäftigen. "Ein Punkt ist der Vertragskomplex sportliche Leitung der Nationalmannschaft", bestätigte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Dabei werden Bierhoff und Sammer als Präsidiums-Mitglieder gemeinsam am Tisch sitzen.

Löw installierte Adrion, Sammer sprach sich für Herrlich aus

Der Knackpunkt wird einmal mehr die Zuständigkeit für die U21-Auswahl sein, die als Zulieferer für die A-Nationalmannschaft eine wichtige Rolle in Löws Konzepten spielt. In Rainer Adrion hatte der Bundestrainer einen Vertrauten in der Rolle des U-21-Trainers installiert, Sammer hatte damals erfolglos versucht, seinen Kandidaten Heiko Herrlich durchzudrücken, der inzwischen erfolgreicher Bundesliga-Trainer in Bochum ist.

Als Verantwortlicher des DFB-Nachwuchsbereichs sieht sich Sammer auch für die U21 zuständig. "Der Jogi kann alle Spieler haben, er kann sogar den Trainer bestimmen, aber die Tagesarbeit muss irgendwo gemacht werden", hatte Sammer am Wochenende in einer TV-Sendung erneut erklärt und darauf verwiesen, dass Nationalteam und U 21 stets fast zeitgleich spielten. Sollte heißen: Praktisch kann Löw gar nicht in die Belange des Teams eingreifen. Doch darum wird es Löw nicht gehen. Stattdessen will er die Macht Adrions stärken - und ihn unabhängig von Sammer wirken lassen.

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