Der Real-Star und der zweifache Torschütze Miroslav Klose sorgen für den Erfolg gegen die Türkei.

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In höchster Not rettet Deutschlands Innenverteidiger Holger Badstuber (l.) gegen Halil Altintop.

In höchster Not rettet Deutschlands Innenverteidiger Holger Badstuber (l.) gegen Halil Altintop.

dpa

In höchster Not rettet Deutschlands Innenverteidiger Holger Badstuber (l.) gegen Halil Altintop.

Berlin. Das türkische Temperament entlud sich gegen Mesut Özil, aber der 21-jährige Deutsch-Türke im deutschen Trikot spielte einfach immer weiter. Viel mehr als die angekündigten 30.000 Türken im Berliner Olympiastadion pfiffen, wüteten, sobald Özil den Ball berührte, und dennoch gab es Szenen, in denen der Techniker von Real Madrid das Spielgerät an seinen Fuß band, als genieße er die Aufmerksamkeit geradezu.

Der deutsch-türkische Gipfel in Sachen EM-Qualifikation stand am Freitagabend spürbar im Zeichen der nationalen Rivalität. Am Ende aber wurde er durch schlichte fußballerische Überlegenheit entschieden. Deutschland gewann 1:0 (1:0) gegen die Türkei und wähnt sich auf gutem Weg in Richtung EM 2012.

Zweimal vergibt Halil Altintop Chancen für die Türkei

Bei allem spielerischen Bemühen, bei allem Tempo, bei aller bisweilen dargebotenen Spielkunst: Das erste Tor resultierte aus einer inzwischen eher untypischen "deutschen" Situation: Eine Flanke aus dem Halbfeld des famos aufspielenden Philipp Lahm köpfte Thomas Müller frei stehend an die Latte, Miroslav Klose drückte den Abpraller über die Linie (40.).

Es hatte einer starken Rettungstat von Holger Badstuber gegen den frei auf Manuel Neuer zulaufenden Halil Altintop (36.) bedurft, um die deutsche Elf aus einer zwischenzeitlichen Lethargie zu reißen. Fortan gelang das Kombinationsspiel immer besser.

Die Zeit, in der ein deutscher Nationalspieler durchschnittlich den Ball hält, hat sich unter Trainer Joachim Löw markant verringert. Am Freitag war das gut zu erkennen, aber es schützte nicht vor Chancen des Gegners. Wäre Halil Altintop nicht nach 53Minuten frei an Manuel Neuer gescheitert, wäre es ein anderes Spiel geworden. So aber öffneten sich der Löw-Elf bei fortschreitender Spieldauer immer mehr Räume.

Aufstellung Deutschland:

Neuer (FC Schalke 04/ 24 Jahre/ 14 Länderspiele) - Lahm (Bayern München/ 26/ 74), Mertesacker (Werder Bremen/ 26/ 72), Badstuber (Bayern/ 21/ 7), Westermann (Hamburger SV/ 27/ 22) - Khedira (Real Madrid/ 23/ 15), Kroos (Bayern/ 20/ 11) - Müller (Bayern/21/ 11), Özil (Real Madrid/ 21/ 20 - 90. Marin/ Werder Bremen), Podolski (1. FC Köln/ 25/ 82 - 86. Träsch/ VfB Stuttgart) - Klose (Bayern/ 32/104 - 90. Cacau/ VfB Stuttgart)

Türkei: Volkan Demirel (Fenerbahce Istanbul) - Sabri (Galatasaray Istanbul), Servet (Galatasaray), Ömer Erdogan (Bursaspor), Özer Hurmaci (Fenerbahce) - Hamit Altintop (Bayern), Emre (Fenerbahce), Aurelio (Besiktas - 23. Inan/Trabzonspor), Gökhan Gönül (Fenerbahce) - Sahin (Borussia Dortmund - 78. Yildirim/Bursaspor) - Halil Altintop (Eintracht Frankfurt - 63. Sentürk/Fenerbahce)

Schiedsrichter Webb (England)

Zuschauer: 74.000

Tore: 1:0 (42.) Klose, 2:0 (79.) Özil, 3:0 (86.) Klose

Gelbe Karten - / Servet

Natürlich brauchte dieser Gipfel noch den besonderen Moment des Mesut Özil, der bleiben wird. In der 79. Minute schloss der Neu-Madrilene einen der zahlreichen deutschen Konter mit einem satten Schuss in die rechte untere Ecke ab - 2:0, die Entscheidung. Klose gelang wenig später noch das 3:0. Der Torschrei des deutschen Teils der Zuschauer geriet ekstatisch, das türkische Publikum verfiel in Schweigen. Ein Schweigen, das nur der Spielverlauf bewirken konnte. Und vor allem Mesut Özil.

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